Volkswagen bereitet einen neuen Batterie-Rückruf für mehrere Modelle der ID.-Familie in Europa vor. Betroffen sein könnten ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz sowie einige Tausend Cupra Born aus den Produktionsjahren 2023 bis 2025. Skoda-Modelle sollen laut Handelsblatt nicht betroffen sein. VW bestätigte auf Anfrage grundsätzlich bevorstehende Aktionen, nannte für Deutschland aber noch keine Stückzahlen oder konkreten Modelle.

Auslöser sind Produktionsfehler einzelner Hochvolt-Zellen bei Zulieferern. Ein VW-Sprecher erklärte gegenüber Medienvertretern, die Zellen entsprächen in bestimmten Fahrzeugen nicht den Qualitätsanforderungen. In seltenen Fällen könnten sie überhitzen, im Extremfall drohe Brandgefahr. Als Sofortmaßnahme begrenzt VW den maximalen Ladestand betroffener Fahrzeuge per Over-the-Air-Update auf 80 Prozent. Die Halter sollen in den kommenden Tagen über weitere Schritte informiert werden. Beim Kraftfahrt-Bundesamt war die Aktion zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht gelistet.

In Großbritannien läuft der Rückruf bereits an, dort nennt VW ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz und ID. Buzz Cargo. Grundlage sind Hochvoltbatterien eines bestimmten Zulieferers aus den Baujahren 2022 bis 2025, auch hier gilt vorerst die 80-Prozent-Grenze. Wie die dauerhafte Reparatur aussieht, ist offen. Werkstätten sollen bei auffälligen Fahrzeugen die Batterie beziehungsweise einzelne Zellmodule prüfen, VW grenzt die betroffenen Fahrzeuge über Produktionszeitraum, Batterielieferant und Zellcharge ein.

Parallel läuft in den USA bereits eine eigene Rückrufaktion für 22.524 ID.4 der Modelljahre 2023 bis 2026. Als Zulieferer der Zellen nennt VW dort SK Battery America. Die genaue Ursache ist laut Hersteller noch nicht geklärt, bestimmte Ladeprofile oberhalb von 80 Prozent könnten aber ein Thermal Runaway in der Batterie begünstigen. Dieser Fall ist von zwei früheren US-Rückrufen aus Anfang 2026 für zusammen 44.551 ID.4 zu unterscheiden: Die betrafen ausschließlich Fahrzeuge aus dem Werk Chattanooga mit Zellen von SK Battery America aus Georgia, Ursache waren unter anderem falsch ausgerichtete Elektroden. Die europäischen ID.4 aus Zwickau und Emden nutzen andere Zellen und waren davon ausdrücklich nicht betroffen.

Es ist bereits der zweite größere Batterie-Rückruf von VW und Cupra in diesem Jahr. Im März waren weltweit rund 100.000 MEB-Fahrzeuge betroffen, laut KBA-Daten 22.182 VW- und 5.976 Cupra-Fahrzeuge allein in Deutschland, zusammen rund 28.000. Baujahre reichten von Februar 2022 bis August 2024, betroffen waren ID.3, ID.4, ID.5 und beide ID. Buzz-Varianten. Abhilfe war dort ein Software-Update plus Prüfung der Module, bei Abweichung inklusive Austausch. Auch damals gab es laut KBA keine bekannten Fälle von Sach- oder Personenschäden.

Wichtig ist die Abgrenzung zum regulären Battery Care Mode von VW, der den Ladestand im Alltag zur Schonung der Batterie begrenzt. Die aktuelle 80-Prozent-Grenze ist dagegen ausdrücklich eine Sicherheitsvorkehrung. Zur Einordnung der Größenordnung: Von ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz wurden zwischen 2023 und 2025 knapp 660.000 Fahrzeuge in Europa neu zugelassen, davon gut 210.000 in Deutschland. Tatsächlich betroffen dürfte aber nur ein deutlich kleinerer Teil sein, da VW die Eingrenzung über Zellcharge und Lieferant vornimmt.

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