Aral pulse und Amazon bauen ihre Zusammenarbeit beim Laden von Elektro-Lkw aus. Transportpartner des Onlinehändlers, also die Speditionen und Frachtführer, die in seinem Auftrag fahren, erhalten erweiterten Zugang zum Lkw-Ladenetz von Aral pulse in Deutschland. Die Vereinbarung wurde am 15. Oktober in Bochum und Königs Wusterhausen bekanntgegeben. Ladeplätze lassen sich dort künftig vorab reservieren.
Das ist kein Neustart, sondern ein Ausbau. Die Kooperation läuft seit 2022, begonnen hat sie mit einem Pilotprojekt an einem Amazon-Transportstandort in Dortmund. Seitdem haben Amazon-Partner nach Angaben beider Unternehmen mehr als eine Million Kilowattstunden an Aral-pulse-Ladepunkten bezogen. Bei einem für schwere E-Lkw typischen Verbrauch von grob 1 bis 1,3 kWh pro Kilometer entspricht das, je nach Fahrzeug und Strecke, einer Fahrleistung von ungefähr 770.000 bis einer Million Kilometern.
Ausdrücklich Teil der neuen Vereinbarung ist der Megawatt-Ladepark in Königs Wusterhausen an der A10 südöstlich von Berlin. Dort stehen sechs Durchfahrtsbuchten bereit, jede mit MCS- und CCS-Anschluss, macht sechs MCS- und sechs CCS-Ladepunkte. Verbaut ist das System HYC1000 des Südtiroler Herstellers Alpitronic, das auch an anderen Megawatt-Standorten von Aral pulse läuft, etwa in Hannover, Buchholz/Aller, Schnaittach und Rastow. Acht Leistungsmodule zu je 125 kW sitzen in einem zentralen Schrank und verteilen bis zu 1.000 kW dynamisch auf die Säulen. Am MCS-Stecker sind bis zu 1.000 kW bei maximal 1.500 Ampere drin, am CCS-Stecker bis zu 600 kW. Laden mehrere Lkw gleichzeitig am selben Schrank, teilen sie sich die Leistung.
Insgesamt betreibt Aral pulse rund 35 Standorte für E-Lkw in Deutschland, nach Angaben der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur das größte öffentliche Schnellladenetz dieser Art im Land. Alle Standorte bieten Durchfahrtsbuchten, damit Lkw mit Auflieger nicht rangieren müssen, dazu rund um die Uhr Toiletten, Duschen, Ruhebereiche und Gastronomie, gedacht für die ohnehin vorgeschriebenen Ruhezeiten der Fahrer. Für künftig passend ausgelegte Lkw nennt Aral pulse eine Ladezeit von rund 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent, eine von Scania bestätigte Angabe, die aber von Batteriegröße und Fahrzeugtechnik abhängt.
Amazon setzt nicht nur auf einen Partner. Seit September nutzt das Transportnetzwerk auch ausgewählte Shell-Standorte in Hannover und Kirchheim, künftig auch Koblenz, mit Ladepunkten bis 400 kW und ebenfalls reservierbaren Buchten. Parallel baut der Konzern eigene Ladeinfrastruktur an europäischen Logistikstandorten auf. Bis Ende 2026 sollen mehr als 50 batterieelektrische Lkw im deutschen Amazon-Transportnetz fahren, darunter mehr als 50 eActros 600 von Mercedes-Benz Trucks.
Alexander Junge, bei Aral für Elektromobilität im Vorstand zuständig, sieht in dem Schritt einen Beleg dafür, dass das Ladenetz für große gewerbliche Flotten im Fernverkehr tauge. Andreas Marschner, bei Amazon für nachhaltige Logistik weltweit verantwortlich, verweist auf die Investitionen des Konzerns in die Elektrifizierung seines europäischen Transportnetzwerks. Eingebettet ist die Vereinbarung in eine größere globale Kooperation zwischen bp, der Mutterfirma von Aral, und Amazon, die neben Energieversorgung auch digitale Lösungen inklusive generativer KI umfasst. Amazon Web Services ist dabei bevorzugter Cloud-Anbieter von bp. Aral selbst betreibt rund 2.400 Tankstellen in Deutschland und zählt mit Aral pulse zu den größten Anbietern öffentlicher Schnellladestationen im Land.
Quellen
5 Quellen von 5 Herausgebern
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electrive.net1 Quelle
goingelectric.de1 Quelle
aral.de1 Quelle
ladepreise.info1 Quelle
logistra.de1 Quelle