Zwei Jahre ist es her, dass der Pariser Autosalon fast komplett chinesischen Herstellern gehörte. 2026 sieht es anders aus: Europäische Autobauer haben ihre Modellpaletten aufpoliert und zeigen in Paris Aufbruchstimmung statt Resignation.

Stellantis setzt dabei voll auf Retro. Citroen bringt die Ente als Studie zurück, unter einer Tonne Gewicht, Marktstart 2028, Preis um die 15.000 Euro. Damit zielt der Wagen wie das Original vor allem auf preissensible Kunden. Fiat haucht derweil dem wenig ikonischen Multipla neues Leben ein, der Messestand imitiert eine italienische Piazza. Dazu kommt der neue Opel Corsa GSE mit der bekannten 54-kWh-Batterie und 281 PS, kein Langstreckenauto, aber ein Kompaktwagen mit Charakter. Technisch soll die Partnerschaft mit Leapmotor dafür sorgen, dass Stellantis den Anschluss nicht verliert. Renault, das die Retro-Welle zuletzt angeführt hatte, zeigt in Paris vor allem Konzepte: einen elektrischen Espace, den R8 und einen R4 als Beachbuggy.

Bei Volkswagen nimmt die Strategie „True Volkswagen“ sichtbar Form an. ID.Polo, ID.Cross und ID.Tiguan wurden optisch an ihre Verbrenner-Geschwister angeglichen, die Technik darunter hat sich kaum verändert. Konzernweit wandert die Elektromobilität in kleinere Segmente: Skoda Epiq, Cupra Raval und ID.Cross/ID.Polo bilden die „Urban Electric Car Family“. Dazu zeigt Audi erstmals einem größeren Publikum den A2 e-tron, der viele Design-Details des Ur-A2 übernimmt und der MEB-Plattform ein neues Gesicht gibt.

Der größte Publikumsmagnet ist der neue Smart #2, an dessen Stand kaum ein Durchkommen war. Bei Mercedes rückt nach der Luxusstrategie unter CEO Ola Källenius die Kompakt- und Mittelklasse wieder nach vorn, auch weil die Modellpalette dort dünn geworden ist: Die inzwischen acht Jahre alte A-Klasse muss wieder in die erste Reihe. Gleichzeitig zeigt die elektrische C-Klasse mit 800-Volt-Technik, dass Mercedes technisch nicht stehen bleibt.

Hyundai und Kia liefern unauffällig, aber solide: Mit Ioniq 3 und dem eng verwandten EV2 deckt Korea inzwischen fast jedes Elektro-Segment ab. Auffällig ist dagegen, wer fehlt. Porsche und BMW glänzen mit Abwesenheit, ebenso fast alle japanischen Hersteller. Auch bei den Chinesen dünnt es aus: Hongqi ist nicht mehr dabei, GWM schon zum zweiten Mal nicht, und selbst die in Europa erfolgreiche Marke MG blieb zuhause.

Dass Automessen tot seien, glaubt nach diesem Pariser Salon niemand mehr. Europas Autoindustrie macht klar, dass sie das Feld nicht kampflos China überlässt, flankiert vom französischen Präsidenten, der sich als Botschafter für Batteriefabriken und „Reindustrialisierung durch Elektrifizierung“ inszeniert.

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