267 Fahrzeuge pro Monat. So mager fällt die Bilanz des VW ID. UNYX 08 zwischen April und August aus, zeigen Daten des Beratungsunternehmens ThinkerCar. Geplant hatte Volkswagen mit 3.622 Einheiten monatlich für dieses Jahr. Macht einen Zielerreichungsgrad von gerade einmal 7,4 Prozent, 92,6 Prozent unter Plan. Für ein Modell, das als Hoffnungsträger für den China-Neustart galt, ist das ein Debakel.

Der ID. UNYX 08 ist das erste Ergebnis der 2023 geschlossenen Kooperation mit Xpeng, bei der sich VW mit rund 5 Prozent am chinesischen Hersteller beteiligte. Das SUV nutzt Xpengs Edward-Plattform samt Cockpitsystemen, Smart-Driving-Technik und KI-Chips. Im September folgte die technisch verwandte E-Limousine ID. UNYX 09, weitere Modelle auf der neu entwickelten China Electronic Architecture (CEA) sollen folgen.

Ein Hauptproblem laut den von Reuters befragten Insidern: das Vertriebsnetz. VW verkauft den UNYX 08 vor allem über ein neues Händlernetz der EV-Tochter Volkswagen Anhui, nicht über die etablierten mehr als 3.000 Händler der Partner FAW und SAIC. Bislang gibt es laut VW erst 166 Anhui-Niederlassungen, viele Kunden wussten laut Reuters schlicht nicht, dass es das Auto überhaupt gibt. Künftig soll der Vertrieb über FAW-Standorte ausgeweitet werden.

Hinzu kommt die Preis- und Ausstattungsfrage. Zum Marktstart kostete der UNYX 08 ab 229.900 Yuan, umgerechnet knapp 29.000 Euro (laut Reuters rund 34.260 Dollar). Seit Wochen bietet VW das Modell mit 17 Prozent Rabatt an, so die Nachrichtenagentur. Der Grund: Chinesische Konkurrenten bieten in derselben Preisklasse deutlich mehr. Xiaomis YU7 kommt mit einem hochentwickelten Sensorpaket, Zeekrs 7X mit besserer Schnellladetechnik. Das Ergebnis im Vergleich: Xiaomi verkaufte zwischen April und August fast 57.000 YU7, Zeekr mehr als 21.000 Exemplare des 7X, dem UNYX 08 stehen dagegen nur rund 1.300 verkaufte Einheiten gegenüber. "Chinesische Kunden fragen sich: Warum ein teures deutsches Auto kaufen, wenn man die entsprechende Technologie deutlich günstiger bekommen kann?", bringt es Pedro Pacheco, Vice President of Research bei Gartner, auf den Punkt.

Der Reuters-Bericht fördert zudem bislang Unbekanntes zur China-Strategie von VW zutage: Schon 2022, vor dem Xpeng-Deal, soll VW versucht haben, mit Chinas größtem E-Auto-Hersteller BYD zu kooperieren, um dessen Dolphin-Plattform für die Submarke Jetta zu nutzen. Warum das scheiterte, blieb unklar. Auch mit Leapmotor wurde verhandelt, der Hersteller entschied sich dann aber für eine Partnerschaft mit Stellantis.

Die Zahlen zum Gesamtgeschäft zeigen das Ausmaß der Krise: Im ersten Halbjahr 2026 sank VWs Absatz in China um 25,9 Prozent auf 973.000 Fahrzeuge über alle Antriebsarten. Bei E-Autos brach der Absatz sogar um 47,9 Prozent auf 30.900 Einheiten ein. Als Gegenmaßnahme hat VW bei den älteren, noch nicht auf Xpeng-Technik basierenden Modellen ID. UNYX 06 und 07 Updates und drastische Preissenkungen durchgeführt. Trotz der schwachen Bilanz des UNYX 08 hält VW laut internen Planungsdokumenten an ambitionierten Zielen für den UNYX 09 fest: nahezu 4.900 verkaufte Einheiten pro Monat im Schnitt, mehr als 90.000 Einheiten jährlich bis 2034.

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