CATL und der deutsche Speicheranbieter Intilion wollen innerhalb von fünf Jahren Natrium-Ionen-Energiespeicher mit insgesamt 3 Gigawattstunden Kapazität in Europa installieren. Dazu haben beide Unternehmen eine Absichtserklärung unterzeichnet. Intilion-CEO Hubertus Jakobi gab die Vereinbarung in einem LinkedIn-Beitrag bekannt. Vorgesehen sind Projekte in den DACH-Märkten Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Wichtig: Die 3-GWh-Angabe ist ein Entwicklungsziel, keine fixe Lieferzusage. Weder CATL noch Intilion haben bisher konkrete Projekte, Beschaffungsverpflichtungen, Vertragswerte oder Liefertermine genannt.

Zum Einsatz kommen sollen Systeme der Baureihe Tener Sodium, die CATL im Juni 2026 in München auf der Messe The Smarter E vorgestellt hat. Das modulare System bietet laut Hersteller mehr als 30 Megawattstunden pro Energieblock und deckt Speicherdauern von einer bis acht Stunden ab. CATL nennt mehr als 15.000 Ladezyklen und einen stabilen Betrieb über 25 Jahre, selbst bei minus 20 Grad Celsius soll das System eine hohe Entladeleistung liefern. Jakobi sprach von einem Round-Trip-Wirkungsgrad über 96,5 Prozent und einer Kapazitätserhaltung über 90 Prozent bei niedrigen Temperaturen. CATLs eigene technische Angaben nennen 15.000 Zyklen bei 25 Grad, mehr als 10.000 Zyklen bei 45 Grad und eine Kapazitätserhaltung über 92 Prozent bei minus 20 Grad.

Die Abmessungen der Natrium-Ionen-Systeme sind laut CATL mit Lithium-Ionen-Batterien kompatibel. Das soll Betreibern die Wahl zwischen beiden Technologien erleichtern und die Abhängigkeit von schwankenden Lithiumpreisen verringern. Jakobi betonte zudem mögliche Vorteile bei der Umweltbilanz der Rohstoffgewinnung und bei der Lärmemission an Speicherstandorten.

Die neue Vereinbarung baut auf einer länger laufenden Partnerschaft auf. Seit 2022 haben CATL und Intilion nach eigenen Angaben mehr als 30 Speicherprojekte in Deutschland umgesetzt, bislang auf Lithium-Ionen-Basis. Im Mai 2025 hatten beide Unternehmen bereits ein Abkommen über bis zu 10 GWh Speicherkapazität in der DACH-Region über fünf Jahre geschlossen, das CATLs Tener-Produktlinie abdeckte. Ob das neue Natrium-Ionen-Ziel Teil dieser früheren Vereinbarung ist, haben die Firmen nicht mitgeteilt.

Die Ankündigung reiht sich in eine Serie europäischer Natrium-Ionen-Partnerschaften von CATL ein. Im Juli 2026 vereinbarte der Konzern mit dem niederländischen Anbieter Alfen den Einsatz von 5 GWh Natrium-Ionen-Speichern in Westeuropa, Start 2027. Im selben Monat kam eine 2-GWh-Kooperation mit dem osteuropäischen Unternehmen Solarpro hinzu. Darüber hinaus hat CATL eine dreijährige Vereinbarung über 60 GWh mit dem chinesischen Integrator HyperStrong unterzeichnet. Für 2026 rechnet CATL insgesamt mit Natrium-Ionen-Speicherauslieferungen von 1 GWh, internationale Lieferungen sollen ab Juni 2027 beginnen.

Der Zeitpunkt passt zum Wachstum des europäischen Speichermarkts: Laut dem südkoreanischen Marktforscher SNE Research stiegen die Lieferungen von Lithium-Ionen-Speicherbatterien in Europa im ersten Halbjahr 2026 auf 72,7 GWh, ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Quellen

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