Svolt Energy hat die ersten Serienpacks seiner 100-kWh-Halbfeststoffbatterie "Dragon Armor" gefertigt. Die Packs liefen laut Unternehmensangaben in Changzhou, Provinz Jiangsu, vom Band. Das teilte der chinesische Batteriehersteller am Montag über Weibo mit.

CEO und Vorsitzender Yang Hongxin sagte in einem begleitenden Video, die Batterie habe bereits Nominierungen mehrerer Kunden erhalten. Welche Fahrzeuge die neue Zelle einbauen, will Svolt in Kürze bekanntgeben.

Die technischen Eckdaten laut Yang: 900 Volt Systemspannung, 6C-Schnellladen, 500 km Reichweite in 12 Minuten Ladezeit. Das Pack kühlt von oben und unten per Flüssigkeitskühlung. An der Unterseite sitzen sechs Schutzschichten, die laut Yang dreimal mehr Aufprallschutz bieten als der chinesische Landesstandard vorschreibt. Svolt gibt eine Zyklenfestigkeit von über 3.000 Ladezyklen an und eine theoretische Lebensfahrleistung von mehr als einer Million Kilometern.

Wichtig für die Einordnung: Diese Zahlen stammen allein vom Hersteller. Svolt nennt weder Testbedingungen für die Reichweitenangabe noch die Größe der ersten Produktionscharge noch Kundennamen.

Technisch basiert die neue Generation auf einer sogenannten Separator-Transferdrucktechnologie für die halbfesten Zellen. Diese soll laut Svolt die Eigensicherheit der Batterie verbessern und gleichzeitig Schnellladen und lange Lebensdauer ermöglichen. Halbfeststoffbatterien, auch Fest-Flüssig-Hybridbatterien genannt, transportieren Ionen über eine Mischung aus flüssigem und festem Elektrolyt. Vollfeststoffbatterien nutzen dagegen ausschließlich feste Elektrolyte.

Svolt sieht die Halbfesttechnik nicht nur als Übergangslösung, sondern als eigenständig konkurrenzfähige Option für batterieelektrische Fahrzeuge, besonders bei Zellen mit ternärer Kathodenchemie. "Das wird langfristig zur Mainstream-Technologie", sagte Yang. Die Firmenstrategie bleibt: zuerst Halbfeststoff, dann Vollfeststoff.

Den Zeitplan hatte Svolt bereits im Mai skizziert. Damals kündigte das Unternehmen an, die Serienproduktion der 100-kWh-Variante im September zu starten, zu Kosten auf dem Niveau klassischer Lithium-Ionen-Zellen mit Flüssigelektrolyt. 2026 sollte nach Svolts eigener Prognose das Jahr werden, in dem sich die Technologie breit durchsetzt. Frühere Angaben sprachen von einer Energiedichte von 300 Wh/kg für die erste Generation, eine zweite Generation soll 360 Wh/kg erreichen.

Ein möglicher Erstkunde kursiert seit Monaten als Gerücht: BMWs Marke Mini. Svolt ging 2018 aus der Batteriesparte von Great Wall Motor (GWM) hervor, das wiederum mit BMW den Mini Cooper Electric und den Mini Aceman produziert. Offiziell bestätigt ist diese Partnerschaft aber nicht.

Im Markt für Antriebsbatterien ist Svolt ein kleinerer Player, wächst aber deutlich. In den ersten acht Monaten 2026 installierte das Unternehmen weltweit 22,0 GWh, ein Plus von 39,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, laut dem südkoreanischen Marktforscher SNE Research. Das reicht für Platz neun mit 2,6 Prozent Marktanteil. In China lag Svolt im September bei Antriebsbatterien auf Rang zehn mit 1,97 Prozent Anteil, bei ternären Zellen aber auf Platz vier mit 6,31 Prozent, so die China Automotive Battery Innovation Alliance (CABIA).

Die Konkurrenz um Feststofftechnik läuft parallel weiter: CATL und BYD peilen laut früheren Berichten 2027 den Start einer Kleinserienproduktion von Vollfeststoffbatterien an.

Quellen

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