FedEx hat beim US-Hersteller Harbinger 2.000 vollelektrische Lieferwagen bestellt. Der Deal ist laut beiden Unternehmen mehr als 300 Millionen Dollar wert und zählt zu den größten verbindlichen Bestellungen für elektrische Lkw der mittleren und schweren Klasse überhaupt. Geliefert werden sollen die Fahrzeuge bis Ende 2027, zum Einsatz kommen sie in den USA und Kanada, wo sie bestehende Diesel-Lkw eins zu eins ersetzen.

Die Rechnung dahinter ist simpel, aber beeindruckend: Harbinger geht davon aus, dass jeder seiner elektrischen Lkw der Klassen 5 und 6 jährlich rund 20.000 Dollar an Kraftstoffkosten gegenüber einem vergleichbaren Diesel-Fahrzeug einspart. Bei einer geplanten Nutzungsdauer von 20 Jahren und 2.000 Fahrzeugen kommt Harbinger auf geschätzte 800 Millionen Dollar an Gesamtersparnis, mehr als das Doppelte der ursprünglichen Investition. Das entspricht laut Hersteller einer Kapitalrendite von etwa 166 Prozent. Wie belastbar diese Zahl am Ende ist, hängt allerdings stark von Laufleistung, Strom- und Dieselpreisen sowie der tatsächlichen Auslastung der Fahrzeuge ab, das räumt auch die Berichterstattung ein.

„FedEx zeigt, dass sich der Business Case für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in echten Flottenbetrieben in großem Maßstab rechnet", sagt John Harris, Mitgründer und CEO von Harbinger. Die Partnerschaft ist nicht neu: FedEx hat bereits zuvor Harbinger-Fahrzeuge im eigenen Netz getestet und war Co-Leader bei Harbingers 160-Millionen-Dollar-Series-C-Finanzierungsrunde. Paul Melander, Senior Vice President Safety & Transportation bei FedEx und Vorstandsmitglied bei Harbinger, betont, dass die Fahrzeuge die Anforderungen des operativen Alltags erfüllen müssten, während sie gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile liefern.

Neben den Kosten spielt die Klimabilanz eine Rolle: Harbinger rechnet damit, dass der Umstieg über die Betriebsdauer der Fahrzeuge mehr als 1,7 Millionen Tonnen CO2 vermeidet, basierend auf Daten des US-Energieministeriums. Technisch setzen die Trucks auf verbesserte Federung, Fahrassistenzsysteme und einen für die Klasse ungewöhnlich kleinen Wendekreis von 42 Fuß (etwa 12,8 Metern), was engere Stadt- und Wohngebietsrouten erleichtern soll. In Kanada arbeitet Harbinger dafür mit dem Partner Kaizen Automotive Group zusammen, die Lieferung soll binnen 18 Monaten erfolgen.

Für FedEx fügt sich die Bestellung in ein größeres Ziel ein: Das Unternehmen will seine Betriebsflotte bis 2040 vollständig elektrifizieren. Vinay D'Souza, Senior Vice President of Global Assets and Infrastructure bei FedEx, spricht von einem fundamentalen Wandel der Transportbranche, in dem Elektrifizierung eine zentrale Rolle spiele.

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