88.599 neue Elektroautos hat das Kraftfahrt-Bundesamt im September 2026 gezählt. Das sind knapp 95 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 28,5 Prozent mehr als im August. Der Marktanteil kletterte auf 34,5 Prozent, ein neuer Höchststand, 2,1 Punkte über dem bisherigen Rekord von 32,4 Prozent im August und 15,2 Punkte über dem Wert von vor einem Jahr. Seit Jahresanfang kommen 604.144 neue E-Autos zusammen, ein Plus von 58,1 Prozent.

Den Schub liefert vor allem die im Mai gestartete E-Auto-Förderung der Bundesregierung. Je nach Einkommen und Kinderzahl im Haushalt gibt es bis zu 6.000 Euro Zuschuss beim Kauf, das Programm hat bereits die Marke von 100.000 genehmigten Anträgen überschritten. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) betont die soziale Staffelung: "Endlich können sich auch Haushalte ein Elektroauto leisten, die vorher nicht einmal daran gedacht haben." Auch die Leasing-Option und neue Kleinwagen deutscher Hersteller helfen demnach. EY-Autoexperte Constantin Gall sieht die Wirkung ebenfalls klar: "Die Elektro-Prämie wirkt, und zwar kräftig." Er warnt aber vor einem Einbruch, sobald das Förderbudget aufgebraucht ist. Die Bundesregierung kalkuliert mit rund 800.000 geförderten E-Autos und Plug-in-Hybriden.

Fast die Hälfte des E-Auto-Zuwachses kommt von außerhalb Deutschlands: 40.627 der 88.599 neuen Elektroautos, also 45,9 Prozent, stammen laut Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) von ausländischen Marken. VDIK-Präsidentin Imelda Labbé sieht internationale Hersteller mit 46 Prozent BEV-Marktanteil als "wesentlichen Treiber des aktuellen Elektrobooms", getragen zunehmend von Privatkunden. Tesla kam im September auf 12.552 Einheiten, ein Plus von 268,7 Prozent, und 4,9 Prozent Marktanteil. Xpeng wuchs um 418,7 Prozent auf 1.250 Fahrzeuge, Smart um 138 Prozent auf 1.071, Lucid um 420 Prozent auf 26 Einheiten. Die erst dieses Jahr in Deutschland gestartete Marke Zeekr kam auf 58 Fahrzeuge.

BYD bleibt auf Wachstumskurs, verkauft inzwischen aber mehr als 60 Prozent seines Absatzes in Deutschland als Plug-in-Hybride. Der BYD Seal U DM-i kam im September auf über 1.800 Neuzulassungen und ist damit laut Hersteller der meistverkaufte Plug-in-Hybrid des Jahres in Deutschland. Insgesamt (BEV plus PHEV) steht BYD bei 6.040 Neuzulassungen und 2,4 Prozent Marktanteil. Auch die von Stellantis unterstützte Marke Leapmotor wächst kräftig: 2.652 Neuzulassungen bedeuten ein Plus von 191,4 Prozent und 1,0 Prozent Marktanteil.

Insgesamt wuchs der deutsche Pkw-Markt um 9 Prozent auf 256.774 Neuzulassungen. Hybride kamen auf 98.871 Einheiten und 38,5 Prozent Marktanteil, darunter 27.861 Plug-in-Hybride auf Vorjahresniveau. Reine Verbrenner verlieren dagegen deutlich: Benziner sanken um 29,2 Prozent auf 44.632 Einheiten (17,4 Prozent Marktanteil), Diesel um 20,1 Prozent auf 23.058 Einheiten. Damit wurden erstmals in einem Monat mehr reine Elektroautos zugelassen als Benziner und Diesel zusammen.

Quellen

4 Quellen von 4 Herausgebern

Öffnen in neuem Tab