BMW hat am 1. Oktober 2026 sein neues Batteriewerk Irlbach-Straßkirchen offiziell eröffnet und die Serienproduktion aufgenommen. Rund eine Milliarde Euro hat der Konzern in den Standort südlich von Regensburg investiert. Zwischen Baubeginn im April 2024 und den ersten Vorserienbatterien im März 2026 lagen weniger als zwei Jahre. Wegen der hohen Nachfrage nach den Modellen der „Neuen Klasse" fährt BMW den Standort schneller hoch als geplant und startet direkt im Zweischichtbetrieb.
Zum Start liefert Irlbach-Straßkirchen Hochvoltbatterien der sechsten Generation an das Werk München, wo sie in den neuen BMW i3 eingebaut werden. Laut heise.de sollen später auch die Werke Dingolfing, Regensburg und Leipzig versorgt werden. Produktionsvorstand Raymond Wittmann bezeichnet den Standort als zentrale Drehscheibe im Produktionsnetzwerk und spricht von einem Signal für Elektromobilität und den Standort Deutschland. Im Vollbetrieb sollen rund 1.600 Menschen auf zwei Produktionslinien arbeiten, unterstützt von 500 Robotern auf 50.000 Quadratmetern Produktionsfläche. BMW nennt mehrere hundert Hochvoltbatterien pro Tag als Zielgröße, externe Schätzungen laut heise.de gehen von bis zu 600.000 Einheiten pro Jahr aus.
Ganz unumstritten war die Ansiedlung nicht. Erst ein Bürgerentscheid im September 2023 öffnete den Weg: Mehr als 75 Prozent der Straßkirchener Bürger stimmten bei rund 77 Prozent Wahlbeteiligung dafür.
Technisch markiert Gen6 einen Bruch mit der bisherigen BMW-Batteriewelt. Statt prismatischer Zellen kommen zylindrische Rundzellen mit 46 Millimetern Durchmesser zum Einsatz, kombiniert mit einer erstmals genutzten 800-Volt-Architektur. Gegenüber Gen5 soll das eine rund 20 Prozent höhere Energiedichte bringen. Die Zellen werden nach dem Cell-to-Pack-Prinzip direkt in die Batterie integriert, das Gehäuse selbst wird nach dem Pack-to-open-Body-Konzept Teil der Fahrzeugstruktur. Im neuen i3 steckt ein 108,7-kWh-Akku, der laut BMW bis zu 906 Kilometer WLTP-Reichweite ermöglicht. Dank bis zu 400 kW DC-Ladeleistung sollen in zehn Minuten bis zu 423 Kilometer nachgeladen werden, der i3 unterstützt zudem bidirektionales Laden.
Die Batteriezellen selbst stammen nicht von BMW, sondern von externen Zulieferern, für Irlbach-Straßkirchen von CATL. Das Werk ist Teil der globalen „Local for Local"-Strategie, zu der auch neue Montagewerke in Debrecen, Shenyang, Woodruff und San Luis Potosí gehören. Ziel ist es, die Batteriemontage nah an den jeweiligen Fahrzeugwerken zu bündeln und Transportwege zu verkürzen.
Beim Energieeinsatz verzichtet das Werk auf fossile Energieträger, ein Teil des Stroms kommt aus einer eigenen Photovoltaikanlage, der Rest aus erneuerbaren Quellen. Für die Batteriemontage wird kein Wasser benötigt. In den Zellen stecken anteilig Sekundärmaterialien für Kobalt, Lithium und Nickel. Gegenüber der Gen5-Zelle soll der CO2e-Ausstoß pro Wattstunde dadurch um rund 33 Prozent sinken.
Im nahe gelegenen Salching betreibt das Joint Venture Encory GmbH von BMW und Interzero seit Ende 2025 das Cell Recycling Competence Center. Dort verarbeitet ein mechanisches Direktrecyclingverfahren Produktionsreste und Pilotzellen, ohne chemische oder thermische Prozesse. Langfristig strebt BMW gemeinsam mit Partner Duesenfeld eine Recyclingquote von mehr als 95 Prozent an, einschließlich Graphit und Elektrolyt.
Quellen
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electrive.net1 Quelle
ecomento.de1 Quelle
heise.de1 Quelle
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electrichybridvehicletechnology.com1 Quelle