Der Fördercall für Photovoltaik-Anlagen in Österreich ist am Donnerstagabend um 17 Uhr technisch gescheitert. Die Website der Förderstelle OEMAG, über die Anträge eingereicht werden mussten, ließ sich teilweise nicht aufrufen. Captchas wurden trotz korrekter Eingabe als falsch gewertet, ein neues Captcha gab es erst nach Wartezeit. Für viele Antragsteller:innen war das die letzte Chance auf eine Förderung.

Hansesun, nach eigenen Angaben größter Photovoltaik-Anbieter in Westösterreich, hatte sich mit rund 400 Helferinnen und Helfern in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein auf den Call vorbereitet. Browser wurden auf Kompatibilität geprüft, Hotspots eingerichtet, um IP-Sperren zu umgehen. Der Aufwand zeigt, wie knapp das Zeitfenster ist: Beim vorangehenden Fördercall war das Budget nach 36 Sekunden ausgeschöpft. Diesmal half die Vorbereitung nichts, weil das Portal selbst blockierte.

„Viele Antragsteller wurden um ihre letzte Chance gebracht, eine Förderung für ihre Photovoltaik-Anlage zu erhalten“, sagt Hansesun-Sprecher Andreas Müller. Das Unternehmen hat die technischen Probleme in mehreren Fällen dokumentiert und eine rechtliche Prüfung beauftragt. Anders als bei früheren Calls können abgelehnte Anträge dieses Mal nicht erneut eingereicht werden, eine zweite Chance gibt es nicht.

Die Folgen sind absehbar: Bereits beim Fördercall im Juli gingen 25.000 Antragsteller:innen leer aus. Diesmal dürften laut Hansesun tausende weitere dazukommen. Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner hat angekündigt, die Förderung ab dem kommenden Jahr umzustellen, dann sollen nur noch Batteriespeicher und Energie-Management-Systeme unterstützt werden. Für die PV-Module selbst entfällt die direkte Förderung also ohnehin.

Hansesun fordert, alle vorliegenden Anträge auf eine Warteliste zu setzen und mit künftigem Budget abzuarbeiten, statt sie verfallen zu lassen. Als Alternative zur neuen Förderstruktur schlägt das Unternehmen einen Klima-Investitionsfreibetrag vor, eine Steuerbegünstigung, die sich laut Hansesun über zusätzliche Steuereinnahmen weitgehend selbst finanzieren und komplizierte Antragsverfahren überflüssig machen würde.

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