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ProLogium baut in Dünkirchen: 5,2 Milliarden Euro für Europas erste Feststoffzellen-Gigafactory

Im Februar 2026 fiel der Spatenstich für die erste europäische Fabrik des taiwanesischen Feststoffbatterie-Herstellers ProLogium, mit 5,2 Milliarden Euro Investitionsvolumen und einer Zielkapazität von bis zu 48 GWh.

5,2Mrd. €
Investitionsvolumen Gigafactory Dünkirchen

Im Februar 2026 hat ProLogium im Hafen von Dünkirchen den Grundstein für seine erste Fabrik außerhalb Taiwans gelegt. Das 2006 gegründete Unternehmen ist damit einer der wenigen Feststoffbatterie-Hersteller weltweit, der den Schritt von der Ankündigung zur tatsächlichen Baustelle vollzogen hat.

Die Anlage, intern "Fab 1" genannt, soll 2028 fertiggestellt werden und zunächst 0,8 GWh pro Jahr produzieren. Ab 2029 wird die Kapazität hochgefahren, 2030 sollen 4 GWh erreicht sein, 2032 dann 12 GWh. Langfristig hat der Standort laut ProLogium das Potenzial für bis zu 48 GWh jährlich, sofern die Marktnachfrage mitzieht. Das Investitionsvolumen bis 2030 beläuft sich auf 5,2 Milliarden Euro. Bis 2030 sollen rund 3.000 direkte und 12.000 indirekte Arbeitsplätze entstehen.

Dass ProLogium nicht nur Pläne präsentiert, belegt die Fabrik im taiwanesischen Taoyuan: Dort läuft seit 2024 eine Serienlinie, nach Unternehmensangaben sind bislang mehr als 800.000 Zellen vom Band gelaufen. Dieses Werk mit einer Kapazität von bis zu 3 GWh dient als Blaupause für Dünkirchen. Zu den bekannten OEM-Partnern gehören Mercedes-Benz, Mahle und Rimac, für das europäische Werk ist bislang kein Ankerkunde öffentlich bekannt.

Die Technologie basiert auf einem keramischen Separator, der direkt auf die Elektrode aufgebracht wird, statt als separate Folie eingelegt zu werden. Das ermöglicht laut ProLogium einen effizienteren Roll-to-Roll-Prozess. Ein zentrales Sicherheitsargument des Unternehmens: Selbst bei stark ansteigender Zelltemperatur komme es nicht zum thermischen Durchgehen. CEO Vincent Yang beziffert die Ladeleistung mit einer fünfminütigen Ladung auf 300 km Reichweite. Die Batterie ist derzeit teurer als herkömmliche LFP-Zellen, ProLogium argumentiert aber, dass kompaktere und leichtere Bauweise die Kostendifferenz im Endprodukt relativiere.

Die Standortwahl fiel nach Angaben des Unternehmens aus 90 Kandidaten in 13 europäischen Ländern auf Dünkirchen. Ausschlaggebend waren die Hafeninfrastruktur, der Zugang zu günstigem Atomstrom, den ProLogium als CO2-frei einordnet, sowie die Nähe zu anderen Batteriefabriken in der Region. Verkor hat in Dünkirchen im Dezember 2025 eine Fabrik in Betrieb genommen, AESC produziert im nahen Douai, ACC in Douvrin. ProLogium selbst spricht von einem "Battery Valley" rund um Lille.

Für den Aufbau der Lieferkette sucht ProLogium gezielt europäische Partner im Maschinen- und Anlagenbau, um Abhängigkeiten von chinesischen Zulieferern zu vermeiden. Bis 2028 soll eigenes Equipment am Standort installiert sein. Neben der Automobilindustrie sieht das Unternehmen Potenzial in maritimen Anwendungen, Drohnen und Robotik.

Quellen

  • 01
    Battery-Newsbattery-news.de/2026/07/10/feststoffbatterien-made-in-e…
  • 02
    electrive.netwww.electrive.net/2023/05/10/prologium-soll-feststoff-bat…
  • 03
    energyload.euenergyload.eu/stromspeicher/feststoffbatterien/prolog…
  • 04
    electrive.netwww.electrive.net/2026/02/11/prologium-startet-bau-von-ba…
  • 05
    electrive.netwww.electrive.net/2024/01/24/prologium-eroeffnet-erste-fa…

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