Der Mercedes VLE ist der erste Van des Stuttgarter Herstellers auf 800-Volt-Basis. In 15 Minuten lädt er rund 350 bis 355 Kilometer nach, von zehn auf 80 Prozent dauert es etwa 20 bis 25 Minuten. Chefingenieur Benjamin Kaehler erklärt das Prinzip dahinter: Nicht ein kurzer Spitzenwert war das Ziel, sondern möglichst lange im Bereich von rund 300 kW zu bleiben. Ladeleistungen deutlich über 300 kW sind laut Kaehler trotzdem möglich.
Die Basis ist die neue Plattform VAN.EA, die künftig alle Mercedes-Vans tragen soll, von der Großraumlimousine bis zu gewerblichen Fahrzeugen mit bis zu 5,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und 2,5 Tonnen Anhängelast. Kaehler sieht die Plattform selbst als Commodity: "Der Antriebsstrang ist aus meiner Sicht heute nicht mehr das Differenzierende." Was Kunden begeistern soll, sind Interieur, NVH-Qualität, ein ausfahrbarer Deckenscreen, Massagesitze und elf Airbags. Versenkbare Fenster in den Schiebetüren gibt es laut Kaehler in diesem Segment sonst nicht.
Technisch auffällig ist die Hinterachslenkung: Sie bringt den 5,30 Meter langen Van auf einen Wendekreis von 10,9 Metern, was dem eines aktuellen CLA entspricht. Für das flache Ladebodenprinzip entschied sich das Team für Frontantrieb als Basis, mit optionalem Allrad über einen möglichst flach bauenden hinteren E-Antrieb. Antrieb kommt von ZF, die Batterie von CATL, die größte Variante fasst 115 kWh. Die WLTP-Reichweite gibt Mercedes mit mehr als 700 Kilometern an, der Verbrauch mit 18,4 kWh auf 100 km.
Die Produktion startete in Vitoria im Baskenland. Als nächstes Modell auf der Plattform folgt laut Kaehler der VLS, ein noch luxuriöseres Fahrzeug, danach kommen die gewerblichen Varianten.
Quellen
- 01electrivewww.electrive.net/2026/06/13/jetzt-wird-der-der-klassisch…