BYD hat sein Flash-Charging-Netz am 5. März 2026 gestartet und bereits 27 Tage später 5.000 Stationen erreicht. Bis Anfang Mai wuchs das Netz auf 5.715 Stationen in mehr als 300 chinesischen Städten. Das Ziel: 20.000 Stationen in China bis Ende 2026. Zum Vergleich: Teslas globales Supercharger-Netz umfasst nach mehr als einem Jahrzehnt Aufbau rund 8.500 Stationen mit 80.000 Ladepunkten.
Die Ladeleistung ist das eigentliche Schlagwort. BYDs Flash Charger liefern bis zu 1.500 kW, dreimal so viel wie Teslas neueste V4-Supercharger mit maximal 500 kW. An einem kompatiblen BYD-Fahrzeug mit der neuen Blade Battery 2.0 und 1.000-Volt-Architektur bedeutet das: von 10 auf 70 Prozent in fünf Minuten, von 10 auf 97 Prozent in neun Minuten. Teslas aktuelle Pkw-Modelle laden die meisten mit maximal 250 kW, der Cybertruck mit bis zu 500 kW.
BYD rollt die Technologie nicht nur in Premiummodellen aus. Der aktualisierte Yuan Plus (Atto 3), der 2025 weltweit 224.000 Mal verkauft wurde, unterstützt Flash Charging ab einem Einstiegspreis von rund 17.700 Dollar in China. Die Lader nutzen in Europa CCS2-Stecker und sind für alle Elektroautos offen, nicht nur für BYD-Fahrzeuge. BYD UK hat als Preisziel weniger als 50 Pence pro Kilowattstunde genannt, was unter dem Niveau der meisten europäischen Schnellladenetze liegen würde.
Die Ausbaupace ist bemerkenswert. BYD baut derzeit rund 650 bis 700 Stationen pro Monat auf, wobei jede Station zwei Ladepunkte hat. Rechnet man auf Ladepunkte um, liegt BYDs Ausbautempo bereits über Teslas aktuellem Tempo von rund 833 neuen Supercharger-Stalls pro Monat weltweit. Gemessen an der installierten Ladeleistung verdoppelt BYD Teslas monatliche Zubaurate bereits heute.
In Europa hat BYD den ersten Flash Charger in Deutschland eröffnet und plant 3.000 Stationen in Europa sowie 6.000 Stationen außerhalb Chinas bis Ende 2027. Eine Partnerschaft mit Sinopec, Chinas größtem Kraftstoffhändler mit über 30.000 Stationen, könnte den Rollout in China weiter beschleunigen.
Teslas Stärke liegt nicht allein in der Hardware. Zwölf Jahre Routendaten, eine Verfügbarkeit von 99,95 Prozent, tiefe Softwareintegration und der NACS-Standard, den inzwischen viele andere Hersteller übernommen haben, sind Vorteile, die BYD nicht kurzfristig einholen kann. Ob BYD Teslas globales Netz in Ladepunkt-Äquivalenten überholt, hängt vom weiteren Ausbautempo ab. Bei gleichbleibenden Wachstumsraten könnte das zwischen 2029 und 2030 passieren, in China allein schon in 12 bis 18 Monaten.
Für US-amerikanische Elektroautofahrer bleibt das Ganze vorerst eine Randnotiz: Wegen 100-prozentiger Zölle auf chinesische Elektroautos und einem Verbot für vernetzte Fahrzeugsoftware aus China ist ein BYD-Ladenetz in den USA auf absehbare Zeit unwahrscheinlich.
Quellen
- 01electrivewww.electrive.net/2026/06/16/schoent-tesla-die-statistike…
- 02energiezukunftwww.energiezukunft.eu/wirtschaft/gutachten-widerspricht-reich…
- 03Next Mobilitywww.next-mobility.de/aisin-nutzt-rtos-von-green-hills-fuer-f…
- 04Solarserverwww.solarserver.de/2026/05/27/intersolar-ballastiertes-pho…
- 05Electrekelectrek.co/2026/06/10/byd-coming-for-tesla-superch…