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E-Lkw sparen Buhck 15 Prozent gegenüber Diesel, nach vier Jahren zieht der Hamburger Umweltdienstleister Bilanz

14 Elektro-Lkw, 500.000 Kilometer im Jahr 2025 und rund 30.000 Euro Ersparnis pro Fahrzeug: Buhck rechnet vor, warum sich der Umstieg lohnt.

30.000
Ersparnis pro E-Lkw/Jahr

Der Hamburger Umweltdienstleister Buhck betreibt an seinem Standort Billbrook inzwischen 14 vollelektrische Lkw, darunter Volvo FH Electric und Volvo FM Electric mit jeweils bis zu 540 Kilowatt Leistung. Nach vier Jahren zieht das Unternehmen eine klare Bilanz: Die E-Lkw wiesen 2025 im Schnitt etwa 15 Prozent geringere Gesamtkosten auf als vergleichbare Dieselfahrzeuge. Allein im vergangenen Jahr legten die Elektrofahrzeuge mehr als 500.000 Kilometer zurück und sparten dabei rund 550 Tonnen CO₂e ein.

Die Zahlen dahinter sind konkret. Ein Diesel-Lkw kostet Buhck zwischen 1,70 und 1,75 Euro pro Kilometer, ein E-Lkw nur 1,17 bis 1,20 Euro. Bei einer täglichen Fahrleistung von durchschnittlich 250 Kilometern ergibt das rund 125 Euro Ersparnis pro Tag, hochgerechnet etwa 30.000 Euro pro Fahrzeug und Jahr. Über eine kalkulierte Nutzungsdauer von neun Jahren rechnet sich laut Geschäftsführer Markus Horstkötter der höhere Kaufpreis allemal. Ölwechsel, Katalysatoren und komplexe Motorentechnik entfallen vollständig; Werkstattaufenthalte gehen spürbar zurück.

Der Kaufpreis selbst sinkt ebenfalls. Kostete ein elektrisches Lkw-Chassis mit Aufbau und technischer Anpassung zuletzt noch rund 370.000 Euro, liegt Buhcks Zielmarke für die diesjährige Investition bei 250.000 Euro pro Fahrzeug. Horstkötter erklärt den Rückgang mit dem wachsenden Druck der EU-CO₂-Vorgaben auf die Hersteller: Wer zu wenige emissionsfreie Fahrzeuge verkauft, riskiert Strafzahlungen. "Es ist eher ein Käufermarkt geworden", sagt er. Ein vergleichbarer Diesel-Lkw kostet weiterhin rund 100.000 Euro weniger, doch der Abstand schrumpft.

Buhck setzt dabei zunehmend auf schlüsselfertige Lösungen aus einer Hand statt auf zusammengestellte Komponenten verschiedener Hersteller. Der Grund ist pragmatisch: Bei der Abstimmung zwischen Fahrgestell, Aufbau und elektronischen Steuerungen reicht laut Horstkötter eine falsch gesetzte Lötstelle, um das gesamte Fahrzeug lahmzulegen. Künftig soll ein einziger Hersteller für alles verantwortlich sein. Dieser Trend zur "One-Brand-Solution" zeigt sich auch branchenweit: Flottenbetreiber, die zunächst auf Komponenten verschiedener Anbieter setzten, stoßen in der Praxis auf Inkompatibilitäten und schwer nachvollziehbare Fehlerquellen.

Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit ist das Depotladen. Öffentliche Schnelllader würden die Betriebskosten deutlich erhöhen, weshalb Buhck auf 16 eigene HPC-Ladesäulen des finnischen Herstellers Kempower setzt, die bis zu 280 kW pro Ladepunkt liefern und eine dynamische Leistungsverteilung ermöglichen. Mit wachsender Flotte steigt jedoch der Strombedarf: Für eine vollständig elektrifizierte Flotte kalkuliert das Unternehmen mit rund 3,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Die eigene Photovoltaikanlage reicht dafür nicht aus. Buhck prüft deshalb Batteriespeicher und vertikale Windkraftanlagen, die weniger Lärm verursachen und den Schlagschatten reduzieren.

Bis spätestens 2032 soll die gesamte Flotte am Standort Billbrook elektrifiziert sein. Noch in diesem Jahr kommen sieben weitere E-Lkw hinzu, danach sollen jährlich sieben bis acht Fahrzeuge ersetzt werden. Dass die Elektromobilität im Transportgewerbe kein kurzfristiger Trend mehr ist, zeigt auch ein Blick auf den Markt: Das Berliner Startup NexDash hat gerade die Spedition March Transporte übernommen und will mittelständische Transportunternehmen über eine "Buy-and-Build"-Strategie konsolidieren, elektrifizieren und digitalisieren. Die ersten Elektrofahrzeuge bei March sollen noch in der zweiten Hälfte 2026 in Betrieb gehen.

Quellen

  • 01
    electrivewww.electrive.net/2026/06/18/vier-jahre-elektro-lkw-wie-b…
  • 02
    Next Mobilitywww.next-mobility.de/etas-und-elektrobit-fuehren-integrierte…
  • 03
    energiezukunftwww.energiezukunft.eu/mobilitaet/reaktivierung-von-schienen-n…
  • 04
    electrivewww.electrive.net/2026/06/17/ladeloesungen-die-flotten-in…
  • 05
    electrivewww.electrive.net/2026/06/17/nexdash-kauft-march-transpor…

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