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EU-Zölle auf E-Autos: Westliche Hersteller verlagern Produktion, chinesische Marken wachsen trotzdem

Chinesische Batterieimporte in die EU haben sich zwischen 2020 und 2025 versiebenfacht, während die Zölle auf Elektroautos nur teilweise wirken, zeigt eine Analyse von Transport & Environment.

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Anstieg chinesischer Batterieimporte

Der Anteil chinesisch produzierter Elektroautos am EU-Markt ist von 22 Prozent im Jahr 2024 auf 17 Prozent im ersten Quartal 2026 gesunken. Das ist das Kernergebnis einer Analyse der Mobilitätsorganisation Transport & Environment (T&E), die am 13. Juli 2026 veröffentlicht wurde. Der Rückgang geht vor allem auf westliche Hersteller zurück: Tesla, BMW und Volvo haben ihre Produktion von China nach Europa verlagert.

Der Anteil europäischer Hersteller an chinesischen BEV-Importen fiel von 38 Prozent im Jahr 2024 auf 23 Prozent im ersten Quartal 2026. Teslas Anteil sank von 26 auf 19 Prozent. Chinesische Marken stellen inzwischen mehr als die Hälfte der aus China importierten Elektroautos.

Die Wirkung der Zölle hängt stark von deren Höhe ab. SAIC, das mit 35 Prozent Zoll belegt ist, hat seine BEV-Importe zwischen 2023 und 2025 fast halbiert. BYD dagegen, das nur 17 Prozent Zoll zahlt, hat seine Importe in die EU mehr als verdoppelt. Trotz der Zölle sind Elektroautos chinesischer Marken laut der Analyse im Schnitt noch 21 Prozent günstiger als Fahrzeuge europäischer Hersteller.

Chinesische Hersteller reagieren auf die Zölle mit zwei Strategien: Sie bauen Produktionskapazitäten in Europa auf (seit der Ankündigung der Anti-Subventions-Untersuchung im September 2023 wurden zehn geplante Werke bekanntgegeben) und sie weichen auf Plug-in-Hybride aus. Der Marktanteil chinesischer Marken bei PHEVs stieg von 3 Prozent im Jahr 2024 auf 13 Prozent.

Das größte Schlupfloch bleibt bisher ungestopft: Chinesische Batterien unterliegen praktisch keinen Zöllen, und ihre Importe in die EU haben sich zwischen 2020 und 2025 versiebenfacht. Von den in der EU produzierten Batterien kommen weniger als ein Viertel von europäischen Herstellern. T&E rechnet vor, dass ein Zoll von 20 Prozent auf chinesische Batterien den Preis eines in der EU hergestellten Elektroautos im Schnitt nur um 2,8 Prozent erhöhen würde.

T&E-Autoexperte Lucien Mathieu fasst zusammen: "Die EU-Zölle haben bis zu einem gewissen Punkt gewirkt. Westliche Hersteller haben die Produktion nach Europa verlagert und chinesische Hersteller haben begonnen, vor Ort zu produzieren. Aber die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen bei EV- und Batterietechnologie steht weiterhin auf dem Spiel."

Die Analyse warnt zudem vor den Folgen einer Aufweichung der EU-CO2-Ziele für Pkw. Der Vorschlag des federführenden Abgeordneten Massimiliano Salini würde den Marktanteil chinesischer Marken bei Elektroautos bis 2035 auf 30 Prozent steigen lassen, verglichen mit 15 Prozent unter dem Vorschlag der EU-Kommission. T&E fordert neben Batteriezöllen auch Maßnahmen gegen Umgehung über Drittländer sowie die rasche Verabschiedung des EU Industrial Accelerator Act.

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