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Fast die Hälfte aller deutschen Windräder ist über 15 Jahre alt, der Zweitmarkt boomt

Rund 1.700 neue Windenergieanlagen wurden zwischen Anfang 2023 und April 2026 genehmigt, die etwa 2.300 Altanlagen ersetzen sollen, das befeuert einen wachsenden Markt für gebrauchte Turbinen, Standortrechte und Ersatzteile.

1.700Anlagen
Neue Repowering-Genehmigungen 2023–2026

Fast die Hälfte aller in Deutschland installierten Windkraftanlagen ist mittlerweile über 15 Jahre alt. Für viele dieser Anlagen endet in den kommenden Jahren die feste EEG-Einspeisevergütung. Gleichzeitig war 2025 mit über 3.300 Neugenehmigungen ein Rekordjahr, und der Zubau zieht 2026 weiter an. Beide Entwicklungen treffen auf denselben Markt: den Zweitmarkt für Bestandsanlagen, Projektrechte und Standorte.

Das Kerngeschäft dahinter ist Repowering. Zwischen Anfang 2023 und April 2026 wurden rund 1.700 neue Windenergieanlagen genehmigt, die etwa 2.300 Altanlagen ersetzen. Die Logik dahinter ist wirtschaftlich attraktiv: Wer die Anlagenzahl an einem Standort halbiert, kann den Stromertrag durch größere Rotordurchmesser, höhere Nabenhöhen und leistungsstärkere Generatoren häufig verdrei- bis vervierfachen. Für Kommunen bedeutet das oft höhere Einnahmen aus der Beteiligung nach § 6 EEG.

Doch Repowering ist nicht überall möglich. Moderne, höhere Anlagen müssen größere Abstände zur Wohnbebauung einhalten, was ein direktes Eins-zu-eins-Repowering am selben Standort oft verhindert. Wo das nicht klappt, stehen Betreiber vor der Wahl: Weiterbetrieb der Bestandsanlage (wenn ein positives Gutachten vorliegt), Verkauf ins Ausland, Verwertung im Ersatzteilmarkt oder fachgerechter Rückbau.

Genau diese Optionen treiben den internationalen Zweitmarkt an. Bernd Weidmann, Gründer und CEO des Online-Marktplatzes wind-turbine.com, ordnet in einem Interview mit EEAktuell ein, wie sich Angebot und Nachfrage durch die Repowering-Welle verschieben und was für Post-EEG-Anlagen realistisch möglich ist. Er verweist dabei auch auf eine bevorstehende Rückbauwelle in Ländern wie Spanien und Frankreich, die zusätzliches Angebot in den Markt spülen wird.

Der europäische Kontext ist erheblich: Laut WindEurope werden bis 2030 über 34.000 Windturbinen in Europa Repowering oder Stilllegung benötigen. Der globale Markt für Windturbinen-Rückbau war 2025 laut Branchendaten 1,75 Milliarden US-Dollar wert und soll bis 2032 jährlich um 12 Prozent wachsen. Für Betreiber, die ihre Altanlagen verwerten wollen, wird Markttransparenz damit zur entscheidenden Ressource: Wer den realistischen Wert einer älteren Anlage kennt und Zugang zum internationalen Käufermarkt hat, kann deutlich mehr aus dem Ausstieg herausholen als beim reinen Rückbau.

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