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Chinas 1-GW-Solaranlage in der Wüste speichert Strom acht Stunden lang in Flüssigsalz

China Three Gorges Corporation hat im Gobi-Wüstengebiet Hami die weltweit größte PV-CSP-Hybridanlage in Betrieb genommen, die nach Sonnenuntergang ohne Lithiumbatterien weiter Strom liefert.

2,07TWh/Jahr
Geplante Jahreserzeugung Hami

China Three Gorges Corporation (CTG) hat am 1. Juli die 1-Gigawatt-Anlage Hami in der Xinjiang-Region offiziell in den kommerziellen Probebetrieb überführt. Das Projekt kombiniert 900 MW konventionelle Solarmodule mit einem 100-MW-Concentrated-Solar-Power-Block (CSP) und löst damit das klassische Problem der Solarenergie: Was passiert, wenn die Sonne untergeht?

Die Antwort liegt in 260.000 Nachführspiegeln, die Sonnenlicht auf Flüssigsalz bündeln und es auf 550 Grad Celsius erhitzen. Die gespeicherte Wärme treibt nach Einbruch der Dunkelheit eine Dampfturbine an. Laut CTG liefert der CSP-Block so bis zu acht Stunden lang Strom, ohne eine einzige Lithiumzelle zu benötigen. Wichtig dabei: Es sind 100 MW, die nach Sonnenuntergang fließen, nicht das volle Gigawatt. Die 900-MW-PV-Seite produziert ausschließlich tagsüber.

Die Anlage erstreckt sich über 1.817 Hektar am Südfuß des Tianshan-Gebirges. CTG investierte umgerechnet rund 480 Millionen Dollar. Seit der ersten Netzeinspeisung am 18. September 2025 hat das Projekt bereits 6,54 Millionen kWh ins regionale Netz geliefert. Im Vollbetrieb sollen es 2,07 TWh pro Jahr werden, genug für rund 830.000 Haushalte, und der CO2-Ausstoß soll um 1,63 Millionen Tonnen jährlich sinken. Damit verdrängt Hami die 950-MW-Anlage Noor Energy 1 in Dubai als weltgrößten CSP-PV-Hybrid.

Technisch setzt CTG auf ein lineares Fresnel-Design, das laut Unternehmensangaben die Wärmeumwandlungseffizienz um bis zu 10 Prozent gegenüber herkömmlichen Fresnel-Systemen verbessert. Ein zentraler Regler koordiniert PV- und Thermalseite mit einer Frequenzregelgenauigkeit von rund 0,02 Hz und Reaktionszeiten unter einer Sekunde.

Das Konzept ist nicht neu, aber die Skalierung schon. Projektdirektor Niu Jianle beschreibt den Unterschied zur Batterie so: "Lithiumbatterien sind für kurzfristiges Lastspitzenmanagement ausgelegt, während PV-Systeme nur tagsüber Strom erzeugen. Thermische CSP-Speicherung hebt sich durch große Kapazität, lange Entladezyklen und null Betriebsemissionen ab." Er nennt die Inbetriebnahme einen "Meilenstein, der die Technologie aus dem Labor in den großtechnischen kommerziellen Einsatz bringt."

Die entscheidende Frage ist die Wirtschaftlichkeit. CSP hat in den vergangenen Jahren im Kostenvergleich mit PV plus Lithiumbatterie verloren, und Batteriepreise fallen weiter. CTG plant dennoch eine zweite Ausbauphase auf 3 GW in Hami. Parallel hat China Energy Engineering Corp in der Nähe bereits mit dem Bau einer separaten 1,5-GW-Hybridanlage begonnen, bestehend aus 1,3 GW PV und 150 MW CSP, die Hami nach Fertigstellung als weltgrößte Anlage ablösen würde.

Der Kontext zeigt, dass Hami kein Einzelprojekt ist. In der Provinz Gansu laufen bereits mehrere Flüssigsalz-Anlagen, darunter die 100-MW-Turmanlage in Jinta und die Fresnel-Anlage in Yumen. China baut damit systematisch Erfahrung mit thermischer Großspeicherung auf, während der Rest der Welt CSP weitgehend als Sackgasse behandelt.

Quellen

  • 01
    Electrekelectrek.co/2026/07/09/china-hami-solar-molten-salt…
  • 02
    english.scio.gov.cnenglish.scio.gov.cn/chinavoices/2025-12/19/content_11823706…
  • 03
    instagram.comwww.instagram.com/reel/DSDWt7lCVpX
  • 04
    solarpaces.orgwww.solarpaces.org/2000mwht-molten-salt-thermal-storage-de…
  • 05
    reddit.comwww.reddit.com/r/solarenergy/comments/1lnxvrq/gansu_du…

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