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Schwarz Gruppe stoppt E-Dienstwagen in Deutschland: Restwerte als Knackpunkt

Die Muttergesellschaft von Lidl und Kaufland streicht vollelektrische Autos vorläufig von der deutschen Dienstwagenliste, weil gekaufte E-Fahrzeuge beim Wiederverkauf zu wenig einbringen.

24.000Ladepunkte
Schwarz-Gruppe-Ladeinfrastruktur weltweit

Die Schwarz Gruppe hat die Neubestellung vollelektrischer Dienstwagen in Deutschland vorerst gestoppt. Beschäftigte von Lidl und Kaufland können damit aktuell keinen rein elektrischen Firmenwagen mehr ordern und verlieren damit auch den steuerlichen Vorteil bei der privaten Nutzung. Als Begründung nennt das Unternehmen ein volatiles Marktumfeld und veränderte regulatorische Rahmenbedingungen.

Der entscheidende Unterschied zur Branche: Die Schwarz Gruppe least ihre Dienstwagen nicht, sondern kauft sie und verkauft sie nach der Nutzung weiter. Niedrige Restwerte bei Elektroautos treffen das Unternehmen daher direkt in der Bilanz. Zahlen der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) stützen das Argument grundsätzlich: Nach drei Jahren und 20.000 Kilometern jährlicher Laufleistung liegen die Restwerte von E-Autos je nach Fahrzeugklasse bei etwa 47 bis 51 Prozent des ehemaligen Listenpreises. Besonders schwierig ist der Wiederverkauf in der oberen Mittel- und Oberklasse, also genau dem Segment, das Managementdienstwagen typischerweise abdeckt.

Die pauschale Aussage, die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos sei schwach, trifft den Markt im Sommer 2026 allerdings nicht mehr vollständig. Laut DAT entfielen im Juni 2026 bereits 6,4 Prozent aller Besitzumschreibungen auf reine Elektroautos. AutoScout24 verzeichnete im März ein Plus der Kaufanfragen für gebrauchte E-Autos von 39 Prozent gegenüber dem Vormonat, im April nochmals 38 Prozent mehr, während das Angebot gleichzeitig um 16,5 Prozent zurückging. Der Markt spaltet sich: Kompakte, preiswerte Modelle sind knapp, hochpreisige und ältere Fahrzeuge bleiben schwer zu vermarkten. Genau letztere Kategorie dürfte den Schwarz-Fuhrpark dominieren.

Eine weitere mögliche Rolle spielt die enge Bindung an die BMW Group. Seit 2018 bezieht die Schwarz Gruppe ihre Dienstwagen überwiegend von BMW, erkennbar etwa an BMW iX1 und i4 im Gebrauchtwagenbestand. Elektrische BMW-Modelle weisen laut allgemeinen Marktübersichten derzeit eine ungewöhnlich große Lieferzeitspanne von etwa drei bis 14 Monaten auf, was mit der laufenden Umstellung auf die Neue Klasse zusammenhängen dürfte. Ein Redakteur der "Lebensmittel Zeitung" schreibt auf LinkedIn, bisherige E-Dienstwagenfahrer müssten auf einen Verbrenner der BMW Group umsteigen oder ganz auf den Firmenwagen verzichten. Denkbar ist zudem, dass die Schwarz Gruppe für Verbrenner einen Großkundenrabatt erhält.

Die Entscheidung gilt ausdrücklich nur für Deutschland. In anderen europäischen Ländern sollen weiterhin neue E-Autos beschafft werden. Lidl in Belgien und Luxemburg plant sogar, die komplette Dienstwagenflotte bis 2030 auf Elektro umzustellen. Am globalen Klimaziel, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, hält die Schwarz Gruppe nach eigenen Angaben fest. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 betrieb der Konzern über 24.000 Ladepunkte an 6.973 Standorten, und der Aufbau soll weitergehen. Auch die Logistik wird teilweise bereits auf E-Lkw umgestellt, etwa durch den niederländischen Dienstleister Simon Loos für Lidl.

Quellen

  • 01
    electrivewww.electrive.net/2026/07/27/management-der-schwarz-grupp…

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