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MAN fertigt in Nürnberg bis zu 50.000 Batteriepacks pro Jahr für E-Lkw und E-Busse

Im neuen Gebäude M50 am Traditionsstandort Nürnberg läuft die Batterieproduktion für MANs Elektro-Lkw und -Busse auf vollen Touren, mit 250 Millionen Euro Gesamtinvestition und Kapazität für eine Verdopplung.

50.000Batteriepacks/Jahr
Aktuelle Kapazität Nürnberg

MAN hat in Nürnberg eine Batterieproduktion hochgezogen, die seit Frühjahr 2025 mit voller Kapazität läuft. Im Gebäude M50 entstehen bis zu 50.000 Batteriepacks pro Jahr, und die Anlage ist von Anfang an auf 100.000 Einheiten ausgelegt. Ob und wann die zweite Stufe gezündet wird, hängt laut MAN von der Marktnachfrage ab.

Die Zellen und Module kommen aus dem deutschen CATL-Werk und werden in Nürnberg zu drei Formfaktoren zusammengebaut: ein flaches Pack für den Stadtbus Lion's City E sowie zwei Varianten für die Elektro-Lkw eTGL, eTGS und eTGX mit Gesamtgewichten von 12 bis 50 Tonnen. Jedes Pack hat eine Kapazität von 80 Kilowattstunden. MAN setzt auf NMC-Zellchemie (Nickel-Mangan-Kobalt), die eigenen Angaben zufolge speziell auf den Nutzfahrzeugbetrieb abgestimmt ist. Das Batteriemanagementsystem hat MAN selbst entwickelt; es überwacht Temperatur und Zellzustand kontinuierlich und trennt die Batterie im Unfall sofort vom Hochvoltsystem.

Die Fertigung folgt keinem klassischen Fließband. Stattdessen arbeitet MAN mit entkoppelten, modular angeordneten Stationen, die unabhängig voneinander betrieben und umgebaut werden können. 45 fahrerlose Transportsysteme übernehmen die gesamte innerbetriebliche Logistik. Jedes fertige Pack durchläuft am Ende 23 Prüfprogramme mit rund 400 Parametern, der Produktionsprozess bleibt laut MAN noch nach 15 Jahren rückverfolgbar.

Der Standort Nürnberg ist damit kein reines Batterie-Greenfield, sondern ein Hybrid: Auf demselben 350.000-Quadratmeter-Gelände, das auf das Jahr 1898 zurückgeht, laufen weiterhin Dieselmotoren vom Band, darunter der D30 für MAN- und Scania-Lkw, mit einer Kapazität von 60.000 bis 70.000 Einheiten pro Jahr. Rund 3.300 Beschäftigte arbeiten am Standort. Die rund 400 Stellen in der Batterieproduktion wurden laut MAN durch Umschulungen aus den Bereichen Motorenmontage, Gießerei und Logistik besetzt.

In die laufende Batterieanlage hat MAN rund 100 Millionen Euro investiert. Weitere 150 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren folgen, unter anderem um bei der nächsten Batteriegeneration auch die Modulproduktion nach Nürnberg zu holen. Davon werden 18 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie vom Freistaat Bayern gefördert; Bayern steuert zusätzlich rund 30 Millionen Euro für Forschung zu Zellchemie, Zellalterung und Batteriesicherheit bei. Zusammen mit den rund 250 Millionen Euro für die neue Dieselmotorenlinie D30 summieren sich die Investitionen in Nürnberg laut MAN-Chef Alexander Vlaskamp auf eine halbe Milliarde Euro.

Parallel dazu investiert MAN 1,2 Milliarden Euro in sein Werk im polnischen Krakau, das zum zweiten Produktionszentrum für Elektro-Lkw nach München ausgebaut wird. Friedrich Baumann, Vertriebsvorstand bei MAN Truck & Bus, beziffert den Anteil der Anwendungsfälle, die das aktuelle Elektro-Portfolio bereits abdecken kann, auf rund 70 Prozent gegenüber Dieselfahrzeugen. Die Serienproduktion der eTGS- und eTGX-Modelle in München soll im Juni 2025 starten, womit der Bedarf an den Nürnberger Batteriepacks sprunghaft steigen dürfte.

Quellen

  • 01
    Sustainable Truck&Vanwww.sustainabletruckvan.com/inside-man-battery-factory-nuremberg
  • 02
    elektroauto-news.netwww.elektroauto-news.net/news/man-batterieproduktion-e-lkw-nuern…
  • 03
    ecomento.deecomento.de/2025/04/14/man-startet-batterieprodukti…
  • 04
    man.euwww.man.eu/corporate/de/newsroom/stories/start-der…
  • 05
    man.euwww.man.eu/corporate/en/newsroom/stories/start-of-…

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