Samsung SDI hat seinen Zeitplan für die Serienproduktion von Feststoffbatterien konkretisiert: Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 soll das Werk im südkoreanischen Ulsan die Fertigung aufnehmen. Kim Eun-ha, Vizepräsidentin und Leiterin der Produktionsentwicklung für Feststoffbatterien bei Samsung SDI, bestätigte gegenüber der Korea JoongAng Daily, dass mehrere globale Kunden die Musterzellen bereits positiv bewertet haben, insbesondere hinsichtlich Energiedichte und Sicherheit.
Technologisch setzt Samsung SDI auf sulfidbasierte Festelektrolyte und eine anodenlose Zellarchitektur. Ziel ist eine volumetrische Energiedichte von mehr als 900 Wh/L. Statt des bei Wettbewerbern üblichen Batch-Verfahrens beim Pressvorgang nutzt Samsung SDI nach eigenen Angaben ein kontinuierliches Rollpressverfahren, das laut Kim die Produktivität steigern und die Kosten bei der Massenproduktion senken soll.
Die Basis für den Produktionsstart bildet eine 6.500 Quadratmeter große Pilotanlage am Forschungsstandort Suwon, die Samsung SDI im März 2023 als erster Batteriehersteller weltweit in Betrieb genommen hat. Dort wurden Materialien und Fertigungsprozesse in mehreren Phasen validiert. Im Oktober 2025 folgte eine Partnerschaft mit BMW und dem US-Unternehmen Solid Power, bei der Feststoffzellen in BMW-Testfahrzeuge eingebaut wurden, um Reichweite, Ladeleistung, Langlebigkeit und Temperaturverhalten unter realen Bedingungen zu prüfen.
Das größte Hindernis bleibt der Preis. Laut dem Marktforschungsunternehmen SNE Research kosten Feststoffbatterien derzeit zwischen 400 und 600 Dollar pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Lithium-Eisenphosphat-Packs liegen bei rund 81 Dollar, Nickel-Kobalt-Mangan-Packs bei etwa 128 Dollar pro Kilowattstunde. Kim erwartet, dass der Preisaufschlag sinkt, sobald Feststoffbatterien über die E-Mobilität hinaus in weiteren Märkten eingesetzt werden.
Als besonders vielversprechendes Anwendungsfeld nennt Samsung SDI humanoide Roboter, die hohe Energiedichte auf kleinstem Raum benötigen. SNE Research prognostiziert für 2040 einen Bedarf von 76,1 GWh Feststoffbatterien allein für humanoide Roboter. Auch IT- und Mobilgeräte werden als künftige Abnehmer genannt.
Um die Produktion zu finanzieren, hat Samsung SDI einen Investitionsplan für 2026 bis 2040 vorgestellt: 25 Billionen Won (rund 17 Milliarden US-Dollar) sollen in die Standorte Ulsan und Cheonan fließen, davon 16 Billionen Won allein für Ulsan. Neben Feststoffbatterien sind dort auch Linien für LFP-Batterien und Natrium-Ionen-Batterien geplant. Die Serienproduktion soll zunächst in Südkorea anlaufen und dann schrittweise auf internationale Werke ausgeweitet werden.
Der Kontrast zur Konkurrenz ist deutlich: CATL stuft seine eigene Feststofftechnologie auf Stufe vier von neun einer Technologiereifesskala ein und hält eine Massenproduktion vor 2030 für unrealistisch. BYD äußert sich ähnlich zurückhaltend.
Quellen
- 01Battery-Newsbattery-news.de/2026/08/03/samsung-sdi-plant-serienfert…
- 02electrive.netwww.electrive.net/2024/03/05/samsung-sdi-will-feststoffba…
- 03koreajoongangdaily.comwww.koreajoongangdaily.com/business/exclusive-global-clients-give-…
- 0424auto.dewww.24auto.de/news/batterie-akku-serien-produktion-fe…
- 05autonews.gasgoo.comautonews.gasgoo.com/articles/ev/samsung-sdi-to-start-mass-p…