Porsche hat den gemeinsamen CO2-Pool des VW-Konzerns verlassen und gründet stattdessen einen neuen offenen Pool mit dem chinesischen Elektroautohersteller Xpeng. Das geht aus einem EU-Dokument vom 5. August 2026 hervor, das der Automobilanalyst Matthias Schmidt von Schmidt Automotive Research ausgewertet hat. Bislang waren im VW-Konzernpool die Marken Audi, Bentley, Lamborghini, Porsche, Seat und Skoda gebündelt.
Der Hintergrund: Beim EU-Flottenemissions-Pooling fassen Hersteller ihre Fahrzeugflotten virtuell zusammen, damit die niedrigen Emissionen von E-Auto-lastigen Marken die höheren Werte anderer Hersteller ausgleichen können. Xpeng verkauft in Europa ausschließlich Elektroautos und lieferte in der ersten Jahreshälfte 2026 knapp 20.000 Fahrzeuge in Westeuropa aus. Schmidt Automotive Research erwartet für das Gesamtjahr rund 50.000 Auslieferungen, unter anderem dank des neu gestarteten SUV-Coupés L03 mit einem Einstiegspreis von 35.600 Euro.
Für Porsche ist die Allianz nötig, weil die Marke ihren E-Auto-Kurs zuletzt deutlich abgeflacht hat. Die BEV-Zulassungen in Westeuropa sind 2026 um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Elektroautos machen aktuell rund 30 Prozent der Porsche-Neuzulassungen in der Region aus, nach fast 40 Prozent im gleichen Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig setzt Porsche wieder stärker auf Verbrenner und Plug-in-Hybride, inklusive eines geplanten neuen Verbrenner-Macan. In der EU müssen damit die CO2-Emissionen von rund 60.000 Neuwagen mit Verbrennungsmotor ausgeglichen werden. Porsches Flotten-CO2-Wert lag bis Juni 2026 bei 130,2 g/km, ein Anstieg von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Schritt entlastet auch den restlichen VW-Konzernpool. Der Konzern hatte 2025 einen Flottenemissionswert von 100 g/km, deutlich über dem Zielwert von 93,6 g/km. Laut früheren Analysen hätte das ohne die kurzfristige EU-Flexibilisierung Strafen von bis zu 2,2 Milliarden Euro bedeutet. VW-Finanzvorstand Arno Antlitz warnte im Mai, dass dem Konzern für den Zeitraum 2025 bis 2027 Strafzahlungen von insgesamt bis zu 1,5 Milliarden Euro drohen könnten, mit jährlichen Strafen von 400 bis 500 Millionen Euro. Durch den Drei-Jahres-Ausgleichsmechanismus muss der Konzern das 2025er Defizit in den Jahren 2026 und 2027 kompensieren.
Die Verbindung zwischen VW und Xpeng ist nicht neu: VW hält rund fünf Prozent der Anteile am chinesischen Unternehmen und entwickelt gemeinsam mit ihm Elektroautos für den chinesischen Markt. Der neue CO2-Pool ist offen, weitere Hersteller konnten sich laut EU-Dokumenten noch bis zum 5. September bewerben. Porsche bestätigte die Kooperation gegenüber dem "Handelsblatt" und erklärte, sie schaffe "Flexibilität in der Transformation zur Elektromobilität", ändere an der langfristigen Strategie aber nichts. Für Xpeng dürfte die Vereinbarung zusätzliche Einnahmen aus dem Pooling-Abkommen bringen.
Quellen
- 01electrivewww.electrive.net/2026/08/12/porsche-und-xpeng-bilden-neu…
- 02ecomentofeeds.feedblitz.com/~/967789232/0/ecomento_de~Porsche-verl%…
- 03elektroauto-news.netwww.elektroauto-news.net/news/vw-invest-alte-xpeng-plattform
- 04cardealermagazine.co.ukcardealermagazine.co.uk/porsche-leaves-volkswagen-emissions-poo…
- 05paultan.orgpaultan.org/2026/08/13/porsche-to-join-xpeng-co2-em…
- 06electrive.comwww.electrive.com/2026/08/12/porsche-to-form-eu-co%E2%82%…