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Porsche baut Batteriezellen mit 100 Prozent recyceltem Kathodenmaterial

Zusammen mit dem Aachener Startup Cylib hat Porsche erstmals Batteriezellen gefertigt, deren Kathoden-Aktivmaterial vollständig aus recycelten Rohstoffen der eigenen Fahrzeuge stammt, ab 2028 sollen daraus gewonnene Rohstoffe in die Serienproduktion fließen.

100%
recyceltes Kathodenmaterial in Zellen

Porsche hat mit dem Recycling-Startup Cylib erstmals Batteriezellen hergestellt, deren Kathoden-Aktivmaterial zu 100 Prozent aus recycelten Rohstoffen besteht. Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan stammen dabei ausschließlich aus ausgedienten Hochvoltbatterien eigener Porsche-Fahrzeuge. Bisher brauchte es für solche Zellen immer einen Anteil an frisch gewonnenem Primärmaterial. Die neuen Zellen laufen jetzt in Testfahrzeugen im Praxisbetrieb.

Damit erreicht ein Pilotprojekt, das Porsche im vergangenen Jahr mit Cylib gestartet hat, seine dritte Phase. Zuerst wurden ausgediente Batterien aus Entwicklungsfahrzeugen mechanisch zerkleinert und zu sogenannter Schwarzmasse verarbeitet. Anschließend wurde diese Masse in ihre einzelnen Rohstoffe zerlegt. Jetzt sind daraus fertige Zellen entstanden, die auf ihre Serientauglichkeit getestet werden.

Erste Tests deuten laut Porsche auf eine mögliche technische Eignung hin, konkrete Messwerte zu Kapazität oder Zyklenfestigkeit nennt der Hersteller allerdings nicht. Weitere Ergebnisse erwartet Porsche noch in der zweiten Jahreshälfte 2026. Eine feste Zusage, dass die recycelten Materialien tatsächlich in Serienzellen landen, gibt es bislang nicht: Die Erkenntnisse sollen zunächst nur als Entscheidungsgrundlage dienen.

„Mit Batteriezellen aus vollständig recycelten Rohstoffen wie beispielsweise Lithium oder Kobalt haben wir einen wichtigen technologischen Meilenstein erreicht“, sagt Joachim Scharnagl, Vorstand für Beschaffung bei Porsche. Cylib-Co-CEO Lilian Schwich ergänzt, das Pilotprojekt zeige, dass sich der Recycling-Ansatz in der Praxis umsetzen lasse und Rohstoffe aus Porsche-Batterien perspektivisch in neue Hochleistungsbatterien zurückfließen könnten.

Schon jetzt fließen erste Erkenntnisse in den regulären Entsorgungsprozess der Porsche-Zentren in Deutschland ein. Seit Mai 2026 recycelt Cylib dort ausgediente Hochvoltbatterien mit einem wasserbasierten Verfahren. Die Batterien werden entladen, demontiert, zerkleinert und die entstehende Schwarzmasse hydrometallurgisch aufbereitet. Cylib führt die gewonnenen Rohstoffe auf einem eigenen Materialkonto, ab 2028 sollen sie Porsche und ausgewählten Partnerunternehmen für die Zellproduktion zur Verfügung stehen.

Cylib wurde 2022 als Ausgründung der RWTH Aachen gegründet. Neben dem Hauptsitz in Aachen betreibt das Unternehmen eine Anlage zur Demontage und mechanischen Aufbereitung in Wernberg-Köblitz in der Oberpfalz, eine Anlage für die hydrometallurgische Verarbeitung entsteht derzeit in Dormagen. Porsche beteiligte sich bereits 2024 an dem Startup.

Der Hintergrund ist mehr als reine Umweltkosmetik. Europa hängt bei Lithium, Nickel und Kobalt sowie deren Verarbeitung stark von außereuropäischen Lieferketten ab, vor allem von China. Recycling kann diese Abhängigkeit verringern, indem bereits in Europa vorhandene Rohstoffe aus Altbatterien zurückgewonnen und erneut genutzt werden. Zugleich schreiben der Critical Raw Materials Act und die EU-Batterieverordnung steigende Mindestquoten für recycelte Rohstoffe vor, Kreislaufwirtschaft wird für europäische Batteriehersteller damit auch regulatorisch zur Pflichtübung.

Quellen

  • 01
    electrivewww.electrive.net/2026/09/17/porsche-cylib-batterie-recyc…
  • 02
    elektroauto-news.netwww.elektroauto-news.net/news/porsche-kreislaufwirtschaft-batter…
  • 03
    ecomento.deecomento.de/2026/09/17/porsche-fertigt-batteriezell…
  • 04
    goingelectric.dewww.goingelectric.de/2026/09/17/news/porsche-fertigt-akkuzel…
  • 05
    newsroom.porsche.comnewsroom.porsche.com/en/2026/company/porsche-cylib-battery-r…

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