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Feststoffbatterien: Factorial holt sich Elektrolyt-Knowhow von Mitsui Kinzoku

Der US-Batterieentwickler Factorial und der japanische Materialkonzern Mitsui Kinzoku wollen gemeinsam die sulfidbasierte Solstice-Plattform von der Entwicklung in die industrielle Fertigung bringen.

450Wh/kg
Zielenergiedichte Solstice-Zelle

Factorial Energy und Mitsui Kinzoku haben eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung geschlossen. Ziel ist die Industrialisierung von Factorials Solstice-Plattform, einer sulfidbasierten Feststoffbatterie. Mitsui Kinzoku bringt dafür seine Technologie für feste Sulfid-Elektrolyte ein.

Das japanische Unternehmen arbeitet seit Jahren an diesem Material. 2016 stellte Mitsui Kinzoku seinen Sulfid-Festelektrolyten namens A-SOLiD vor, die Serienproduktion soll in einem eigenen Werk in Saitama entstehen. Laut Factorial gehört Mitsui Kinzoku zu den wenigen Unternehmen weltweit, die über grundlegende Technologie für Festkörperelektrolyte verfügen. Zusätzlich gilt der Konzern als weltweit führend bei ultradünner Kupferfolie, mit einem geschätzten Marktanteil von 90 Prozent am entsprechenden Halbleitermarkt. Genau dieses materialwissenschaftliche Know-how soll nun in Solstice einfließen.

Solstice selbst hat bisher A-Muster-Status. Die Zellen kombinieren eine NMC-Kathode mit einer Lithium-Metall-Anode und setzen auf ein Trockenkathoden-Beschichtungsverfahren, das die Fertigung günstiger machen soll. Im September 2024 nannte Factorial eine Zielenergiedichte von bis zu 450 Wh/kg, allerdings ohne Angabe, ob sich das auf Zell- oder Packebene bezieht. Rund eineinhalb Jahre später brachte das Unternehmen den Zelltyp auf eine Ladekapazität von 40 Ah.

Bei der Aufgabenteilung bleibt Factorial fabless, wie es selbst betont: Zelldesign, Prozessentwicklung, Qualifizierung der Lieferkette, Linienintegration und Fertigungsvalidierung liegen weiter beim US-Unternehmen. Mitsui Kinzoku liefert die Materialbasis. „Batterien sind eine Schlüsseltechnologie für die Verwirklichung einer elektrifizierten Gesellschaft, doch es bestehen nach wie vor erhebliche technische Herausforderungen“, kommentiert Dr. Kiyotaka Yasuda, Senior Executive Officer und Leiter der Abteilung für Geschäftsentwicklung bei Mitsui Kinzoku. Factorial-CEO Siyu Huang formuliert es so: „Wir bauen nicht nur eine Batterie. Wir schaffen den verbindenden Faden, der der gesamten Branche hilft, gemeinsam voranzukommen.“

Die Kooperation reiht sich in eine Serie von Partnerschaften ein, mit denen Factorial seine Technik marktreif machen will. Neben Solstice verfolgt das Unternehmen die Marke FEST, für die im Juni 2024 bereits B-Muster mit mehr als 106 Ah Ladekapazität an Mercedes-Benz gingen. Erst vor wenigen Wochen wurde zusätzlich eine strategische Kooperation mit dem Batteriehersteller SK On bekannt, die den Markthochlauf von FEST voranbringen soll, unter anderem in Tests mit der Stellantis-Marke Dodge. Factorial wird von Mercedes-Benz, Stellantis, Hyundai und Kia unterstützt, zuletzt kamen strategische Investitionen von IQT und POSCO Future M hinzu.

Geschäftlich befindet sich Factorial im Aufbau: Im Januar 2026 gingen erste kommerzielle Aufträge für Pkw ein, im Juli folgten solche für die Luft- und Raumfahrt. Im Juni 2026 notierte das Unternehmen an der Nasdaq unter dem Kürzel FAC.

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