BYD hat in Ländern wie Italien und Großbritannien binnen zwei bis vier Jahren Marktanteile von drei bis vier Prozent erreicht. Das reicht dem Unternehmen nicht: „Wir werden nicht ruhen, bis wir bei den Autoverkäufen in Europa ganz oben stehen", sagt Alfredo Altavilla, Senior Advisor für BYD Europe und früherer Führungsmanager im Fiat-Chrysler-Konzern.
Der erste Schritt dorthin war eine eigene europäische Modellpalette. Europäische Fahrer bewerten Fahrdynamik höher, fahren schneller und haben andere Erwartungen an Karosseriemaße als chinesische Käufer. BYD hat deshalb in den vergangenen zwei Jahren das Fahrwerk der meisten Modelle überarbeitet. Mit dem Dolphin G brachte die Marke zuletzt ein Fahrzeug auf den Markt, das ausschließlich für Europa entwickelt wurde und in China nicht erhältlich ist.
Ein zentrales Argument für BYDs Tempo ist das F&E-Budget von rund 8 Milliarden Euro jährlich und eine Ingenieursmannschaft von 120.000 Personen weltweit. Altavilla beschreibt, dass ein Modell-Upgrade in China 60 Tage dauert, in Europa hingegen viele Monate. Diesen Arbeitsstil in die europäische Organisation zu übertragen, nennt er seine Kernaufgabe.
Beim Vertrieb soll die Händlerzahl bis Ende 2026 auf 2.000 steigen, begleitet vom Aufbau europäischer Ersatzteillager. Für die Produktion plant BYD neben den bereits vorbereiteten Werken in Ungarn und der Türkei einen dritten europäischen Standort. Kooperationen mit europäischen Herstellern schließt Altavilla aus: Technologie und Fertigungsprozesse seien zu spezifisch. Ein möglicher Formel-1-Einstieg ist im Gespräch, aber nicht beschlossen.
Quellen
- 01Elektroauto-News.netwww.elektroauto-news.net/news/byd-europa-automarkt-oben-anfuehre…