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836 Ladepunkte, 1 Milliarde Euro: Bund vergibt Lkw-Ladenetz an fünf Betreiber

Die Autobahn GmbH hat die Aufträge für 124 unbewirtschaftete Rastanlagen vergeben, 447 davon werden Megawattlader nach MCS-Standard.

836Ladepunkte
Lkw-Lader an Autobahnen

Der Bund hat die erste Ausschreibungsrunde für sein Lkw-Schnellladenetz abgeschlossen. Fünf Bieter und Bietergemeinschaften erhalten die Aufträge für Planung, Bau und Betrieb von Ladeinfrastruktur an 124 unbewirtschafteten Rastanlagen entlang deutscher Autobahnen. Insgesamt entstehen dort 836 Ladepunkte, davon 447 nach dem MCS-Standard (Megawatt Charging System) und 389 CCS-Lader.

Die fünf Lose verteilen sich wie folgt: Los 1 (25 Rastanlagen) geht an eliso Voltix Charging, eine Tochter des Autobahnkonzessionsbetreibers VINCI Concessions. Los 2 (24 Rastanlagen) übernimmt autostrom.plus, ein Konsortium rund um Drees & Sommer, Enercity und Q1 Energie. Los 3 (26 Rastanlagen, das größte) erhält die Electric Mobility Infrastructure Deutschland GmbH, deutsche Tochter der französischen Engie Vianeo. Los 4 (25 Rastanlagen) geht an die Bietergemeinschaft STRA-loaded aus STRABAG, R:loaded und eLoaded. Los 5 (24 Rastanlagen) übernimmt die Bietergemeinschaft E.ON Drive & mblty, wobei mblty eine Marke der Tank & Rast Gruppe ist.

Für Los 5 liegen bereits konkrete Zahlen vor: E.ON und Tank & Rast errichten an ihren 24 Standorten 195 Ladepunkte, davon 101 MCS-Ladepunkte für den Fernverkehr. Die restlichen CCS-Lader liefern bis zu 400 kW beziehungsweise bis zu 150 kW, letztere für längere Standzeiten und das Übernachtladen. Den ersten Standort plant die Bietergemeinschaft ab 2027 zu eröffnen. Autostrom.plus nennt für seine 24 Ladeparks 148 Ladepunkte und den Zeitraum 2026 bis 2030 als Umsetzungsphase.

Das Projekt ist kein klassisches Förderprogramm: Der Bund plant das Netz, vergibt Bau und Betrieb an private Firmen und stellt dafür rund eine Milliarde Euro bereit. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder begründet das Engagement damit, Lieferketten "resilienter, planbarer und perspektivisch kosteneffizienter" aufzustellen. Johannes Pallasch, Leiter der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur bei der NOW GmbH, sieht darin "eine entscheidende Phase für die Elektromobilität im Straßengüterverkehr".

Die Ausschreibung war im September 2024 veröffentlicht worden. Bis 2030 sollen insgesamt 350 geförderte Standorte mit rund 4.200 Ladepunkten das initiale Lkw-Schnellladenetz bilden. Die 124 jetzt vergebenen Standorte sind nur der erste Schritt. Bewirtschaftete Raststätten von Tank & Rast bleiben vorerst außen vor, weil ein inzwischen beigeletter Rechtsstreit zwischen Fastned und der Autobahn GmbH den Ausbau dort jahrelang blockiert hatte. In einer späteren Ausschreibungsrunde sollen Lkw-Ladeparks an 220 bewirtschafteten Raststätten folgen.

Auffällig ist, wer nicht zum Zug kam: Laut einem früheren Handelsblatt-Bericht hatten Unternehmen wie Aral, Tesla und Shell grundsätzlich Interesse signalisiert, sollen sich aber gegen das vorgeschriebene Durchleitungsmodell gewehrt haben. Dieses erlaubt Logistikunternehmen, ihren eigenen Stromvertrag an die Ladesäule mitzubringen. Auch LichtBlick eMobility, Ende 2024 als erster bekannter Bewerber gehandelt, gehört nicht zu den Zuschlagsempfängern.

Quellen

  • 01
    electrivewww.electrive.net/2026/07/01/deutschlandnetz-fuer-lkw-aut…
  • 02
    pv magazine Deutschlandwww.pv-magazine.de/2026/06/24/sachsen-will-photovoltaik-an…
  • 03
    Electrekelectrek.co/2026/07/01/juiced-scrambler-e-bikes-bas…
  • 04
    Solarserverwww.solarserver.de/2026/07/01/bundeskabinett-entwurf-zur-f…
  • 05
    Windkraft-Journalwww.windkraft-journal.de/2026/07/01/suedlink-tennet-stellt-bunde…

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