Qnetic hat innerhalb eines Jahres 7,1 Millionen Dollar eingeworben: 5 Millionen Dollar in einer Finanzierungsrunde in diesem Jahr und 2,1 Millionen Dollar über eine Equity-Crowdfunding-Kampagne im Vorjahr. Das Geld fließt in eine Fabrik in Kalifornien, wo das Unternehmen zunächst sein Q500-System in kleiner Stückzahl produzieren will.
Das Herzstück ist der sogenannte Pulsar-Speicher. Statt Energie chemisch zu speichern wie eine Batterie, dreht ein Rotor aus Kohlefaser mit 4,5 Metern Höhe in einem Vakuumbehälter. Permanentmagnete heben den Rotor berührungslos an, was mechanischen Verschleiß und Reibungsverluste eliminiert. Will man Strom entnehmen, treibt die rotierende Masse einen Generator an. Qnetic gibt den Wirkungsgrad für den Hin- und Rückweg mit 85 Prozent an.
Zum Marktstart plant Qnetic eine 500-kWh-Einheit, danach soll eine 1.000-kWh-Variante folgen, die Energie über vier bis zwölf Stunden abgeben kann. Damit zielt das Unternehmen auf das Segment der Langzeitspeicherung, das das US-Energieministerium ab zehn Stunden Kapazität definiert. Derzeit dominiert Pumpspeicher-Wasserkraft diesen Markt in den USA mit rund 95 Prozent Marktanteil, ist aber teuer, infrastrukturabhängig und an Wasser und Höhenunterschiede gebunden.
Lithium-Ionen-Batterien gelten im Langzeitsegment bislang als nicht wettbewerbsfähig. Qnetic behauptet, sein System könne über den gesamten Lebenszyklus günstiger sein als Lithium-Ionen-Technologie und das Brandrisiko auf ein Minimum reduzieren. Zudem sollen Lieferkettenrisiken bei kritischen Rohstoffen sinken oder ganz entfallen. Das Unternehmen gibt an, ein Qnetic-Projekt könne täglich doppelt so viel Umsatz erzielen wie ein gleichwertiges Lithium-System, belegt ist das bislang nicht.
Derzeit entsteht in Shanghai ein Testgelände, das Qnetic als "weltweit größte dedizierte Schwungrad-Testzelle" bezeichnet. Dort läuft parallel die Entwicklung eines 200-kWh-Prototyps. Fundament- und Aushubarbeiten sind laut Unternehmensangaben vom Juli im Gange. Die Anlage soll Leistung, Sicherheit und Zuverlässigkeit der nächsten Systemgeneration validieren.
Unabhängige Prüfung kommt vom Electric Power Research Institute (EPRI), einer in Kalifornien ansässigen globalen Forschungsorganisation, die Qnetics Technologie in einem Kurzbericht im Oktober des Vorjahres beschrieben hat. Zusätzlich besteht eine Validierungsvereinbarung mit dem National Renewable Energy Laboratory (NREL), einem Labor des US-Energieministeriums.
Quellen
- 01CleanTechnicacleantechnica.com/2026/07/25/flywheel-energy-storage-us-q…
- 02greentv.comgreentv.com/this-new-underground-energy-storage-sys…