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Nio schließt Hubs in Köln und Weiterstadt, nur München bleibt

Nach 19 Neuzulassungen in acht Monaten dünnt Nio sein deutsches Werkstattnetz auf einen einzigen eigenen Standort aus.

90%
Rückgang NIO- Neuzulassungen Deutschland

Nio schließt zum Ende September seine Werkstatt-Hubs in Köln und Weiterstadt bei Frankfurt. Damit bleibt dem chinesischen Elektroautohersteller in Deutschland nur noch ein einziger eigener Hub mit Werkstattbetrieb übrig: München.

Zwei von drei Werkstätten verschwinden

Betroffene Kunden hat Nio bereits Ende Juli in nahezu gleichlautenden Mitteilungen informiert, die dem Portal Eletric Vehicles vorliegen. Die Nachrichten standen unter dem Motto „Nio bekennt sich weiterhin zum deutschen Markt und seinen Nutzern". Eine Nio-Vertreterin erklärte im Community-Bereich der Nio-App, es handle sich um „eine geplante Optimierung als Reaktion auf einen europäischen Markt, der sich für alle Hersteller durch Zölle, verstärkten Wettbewerb und eine langsamere Marktentwicklung verändert". Einen Rückzug aus Europa oder Deutschland verneinte sie.

Der Unterschied zwischen Hubs und den bekannteren Nio Houses ist wichtig: Die Houses sind innerstädtische Showrooms ohne eigenen Werkstattbereich, die Hubs übernehmen dagegen Fahrzeugübergaben und Service. Mit Köln und Weiterstadt fallen zwei von drei deutschen Werkstattstandorten weg. Wartungstermine sollen Kunden künftig über den One-Click-Service der Nio-App bei geschulten Partnerwerkstätten in ihrer Region buchen, welche das konkret sind, bleibt offen. Für Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Bundesland, verschwindet damit die letzte Nio-Werkstattanbindung komplett.

Auch bei den Showrooms hat Nio bereits gekürzt: Das Nio House in Hamburg schloss im Juli dauerhaft, für die verbleibenden vier deutschen Standorte suchte das Unternehmen laut Manager Magazin bereits im April nach Nachmietern. Berlin, Frankfurt und Düsseldorf bestehen aktuell noch.

19 Neuzulassungen in acht Monaten

Der Rückbau trifft auf dramatisch eingebrochene Verkaufszahlen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt kam Nio von Januar bis August 2026 auf gerade 19 Neuzulassungen in Deutschland, ein Minus von 90,1 Prozent gegenüber 191 Fahrzeugen im Vorjahreszeitraum. 2023 waren es noch 1.263 Zulassungen, 2025 noch 325. Das steht im deutlichen Kontrast zum insgesamt wieder wachsenden deutschen E-Auto-Markt.

International sieht die Lage anders aus: Bis Ende August lieferte Nio weltweit 262.893 Fahrzeuge aus, deutlich mehr als im Vorjahr. Die Krise ist damit ein europäisches, vor allem deutsches Problem.

Der Konzern baut parallel seine Europastruktur um. Seit März 2026 koordiniert Nio seine Aktivitäten stärker europaweit statt länderspezifisch, Deutschland-Chef David Sultzer verließ das Unternehmen im Zuge dieser Reorganisation. Bereits im Februar hatte Nio den Vertrieb in Europa, mit Ausnahme Norwegens, stärker auf Vertriebspartner umgestellt. Neue Modelle sollen vor Ende 2027 nicht nach Europa kommen, weitere Batteriewechselstationen sind vorerst nicht geplant. Den Europastart der Zweitmarke Onvo hat Nio auf 2028 oder 2029 verschoben.

Ob das der Anfang vom Ende des Deutschland-Geschäfts ist, lässt sich aus den vorliegenden Fakten nicht sicher ableiten. Ein vollständiger Rückzug wurde bislang nicht angekündigt, bestehende Kunden sollen weiter mit Service, Garantie und Ersatzteilen versorgt werden.

Quellen

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