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Eisen-Luft-Akku: Niederländisches Startup sichert sich 1-GWh-Deal mit Energieversorger

Ore Energy und Budget Thuis vereinbaren bis zu 1.000 MWh Langzeitspeicher auf Eisen-Luft-Basis, erste 400 MWh sollen 2028 geliefert werden.

1.000MWh
Eisen-Luft-Speicher vereinbart

Das Amsterdamer Startup Ore Energy hat mit dem niederländischen Energie- und Telekommunikationsanbieter Budget Thuis einen Vertrag über bis zu 1.000 MWh Langzeitspeicher unterzeichnet. In einer ersten Phase verpflichtet sich Budget Thuis zu 400 MWh, die 2028 geliefert werden sollen.

Ore Energys Technologie basiert auf Eisen, Wasser und Luft und ist für Entladezeiten von 24 bis 100 Stunden ausgelegt. Die Einheiten kommen in einem 40-Fuß-Container im Megawattstunden-Maßstab. Die Kosten gibt das Unternehmen mit 16 Euro pro kWh an. Damit liegt Ore Energy preislich nah an seinem einzigen bekannten Mitbewerber in diesem Segment: dem US-Unternehmen Form Energy, das 15 bis 20 US-Dollar pro kWh nennt. Beide Technologien weisen laut verfügbaren Angaben eine theoretische Energiedichte von 1.200 Wh/kg auf und sind auf eine Systemlebensdauer von rund 20 Jahren ausgelegt.

Ore-Energy-CEO Aytaç Yilmaz begründet den Bedarf an Mehrtages-Speichern mit einem strukturellen Problem europäischer Stromnetze: Erneuerbare Energie werde bereits heute zeitweise abgeregelt, während Netze in Schwachwindphasen auf fossile Kraftwerke zurückgreifen. "Kurzzeitspeicher allein lösen das nicht. Sie verschieben Solarstrom um ein paar Stunden, aber windlastige europäische Netze brauchen Speicher, der über Tage funktioniert, nicht über Stunden", sagte Yilmaz. Budget-Thuis-CEO Annemarie Buitelaar betonte, die Technologie ermögliche es, sauberen Strom in Überschussphasen einzulagern und bei hoher Nachfrage abzugeben, und reduziere die Abhängigkeit von volatilen Gaspreisen.

Ore Energy ist 2022 gegründet worden und damit deutlich jünger als Form Energy, das seine Technologie erstmals 2021 öffentlich vorgestellt hat. Form Energy hat inzwischen einen 30-GWh-Deal in Minnesota für einen Google-Rechenzentrumscampus sowie ein 12-GWh-Abkommen mit dem Rechenzentrumsbauer Crusoe abgeschlossen und sein erstes Werk in West Virginia eröffnet. Ore Energy hat bislang zwei Pilotprojekte abgeschlossen: eines in den Niederlanden und eines gemeinsam mit EDF in Frankreich, wo die Technologie netzgekoppelt über 100 Stunden getestet wurde. Eine eigene Fabrik plant das Unternehmen in Deutschland oder den Niederlanden.

Yilmaz hebt hervor, dass die kobaltfreie Technologie aus einer Lieferkette stammen kann, die Europa selbst kontrolliert. Das ist angesichts der Debatte über Rohstoffabhängigkeiten ein Argument mit politischem Gewicht. Kurz vor der Ankündigung hatte der europäische Energieversorgerverband Eurelectric eine Analyse veröffentlicht, die die wachsende Wirtschaftlichkeit von Nicht-Lithium-Langzeitspeichern für europäische Netze belegt.

Quellen

  • 01
    Energy-Storage.Newswww.energy-storage.news/multi-day-energy-storage-startup-ore-en…
  • 02
    Canary Mediawww.canarymedia.com/articles/long-duration-energy-storage/u…
  • 03
    Canary Mediawww.canarymedia.com/articles/offshore-wind/invenergy-offsho…
  • 04
    Energy-Storage.Newswww.energy-storage.news/limited-synergies-and-profitability-dri…
  • 05
    CleanTechnicacleantechnica.com/2026/06/17/100-battery-energy-storage-s…

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