30 Megawatt, rund um die Uhr, garantiert: Das liefert die neue Hybridanlage aus 233 MWp Solarpark und 123 MVA/526 MWh Batteriespeicher an der Kamoa-Kupfermine im Kongo seit dem 12. August. Betreiber CrossBoundary Energy nennt es die erste Anlage in Afrika, die Solarstrom in dieser Größenordnung als verlässliche Grundlast liefert, nicht nur tagsüber, wenn die Sonne scheint.
Das Prinzip: Die Solaranlage produziert in der Praxis schon jetzt mehr als 150 Megawatt, deutlich über den vertraglich zugesicherten 30 MW. 50 MW gehen direkt ins Minennetz, der Rest lädt die Batterien, die dann nachts und bei Bewölkung einspringen. Maximal sind bis zu 180 MW Leistung möglich. Die Verfügbarkeit der Anlage liegt laut Projektunterlagen bei 95 Prozent.
Bemerkenswert ist auch das Tempo: Von der Unterschrift unter den Stromliefervertrag im April 2025 bis zum kommerziellen Betrieb im August 2026 vergingen nur 16 Monate. Vergleichbare Solar-Speicher-Projekte in Afrika brauchen laut Branchendaten, die CrossBoundary zitiert, im Schnitt rund 29 Monate. Verbaut wurden mehr als 350.000 Solarmodule, 513 Wechselrichter und 90 Batterie-Konverter-Systeme in 180 Speichercontainern.
Für die Mine geht es um handfeste wirtschaftliche Risiken. Kamoa Copper gehört zum Kongos wichtigsten Rohstoffkomplexen, Kanadas Ivanhoe Mines und Chinas Zijin Mining halten jeweils indirekt 39,6 Prozent, die kongolesische Regierung 20 Prozent, der Rest liegt bei Crystal River Global. 2025 produzierte der Komplex rund 388.800 Tonnen Kupfer und erzielte 3,28 Milliarden Dollar Umsatz. Mit dem neuen Schmelzwerk, dem größten Afrikas mit einer Kapazität von 500.000 Tonnen jährlich, wächst der Strombedarf weiter. Bisher stützt sich die Mine stark auf Wasserkraft (rund 250 MW aus zwei Anlagen), musste aber wegen Instabilitäten im kongolesischen Netz schon auf Dieselgeneratoren und Stromimporte aus Nachbarländern zurückgreifen. Genau diese Abhängigkeit von volatilen Dieselpreisen soll die neue Anlage senken. CrossBoundary rechnet mit einer jährlichen CO2-Einsparung von 78.750 Tonnen gegenüber der bisherigen Dieselnutzung.
Das Projekt ist erst der Anfang einer größeren Strategie. Kamoa-Kakula plant, seine solare Grundlastkapazität bis Ende 2027 auf 120 MW zu verdoppeln. Zwei geplante Solar-Speicher-Anlagen sollen zusammen 433 MWp Solarleistung und 1.107 MWh Speicherkapazität erreichen und rund 60 MW kontinuierliche erneuerbare Grundlast liefern. Laut CrossBoundary sind die Kosten für gesicherten erneuerbaren Strom in den vergangenen fünf Jahren um rund 50 Prozent gefallen, was solche Projekte gegenüber Schwerölkraftwerken zunehmend konkurrenzfähig macht.
Die Baukosten und der vereinbarte Strompreis wurden nicht veröffentlicht. CrossBoundary bezeichnet das Projekt zudem selbst als besonders schnell realisiert, eine unabhängige Prüfung dieser Aussage gibt es laut Berichten bislang nicht.
Quellen
- 01Energy-Storage.Newswww.energy-storage.news/africas-first-24-7-solar-baseload-power…
- 02renewableenergynews.co.kerenewableenergynews.co.ke/drc-mine-turns-solar-into-24-7-power-wi…
- 03world.einnews.comworld.einnews.com/country/congokinshasa
- 04solarquarter.comsolarquarter.com/2026/08/26/crossboundary-energy-launche…
- 05now.solarnow.solar/2026/08/28/africas-largest-copper-compl…