Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), dem der Bundesrat Anfang Juli 2026 zugestimmt hat, schafft die bisherige 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen ab. Für viele Hausbesitzer klingt das nach mehr Spielraum für die Gas-Hybridheizung. Doch die Förderlogik dreht das Bild schnell um.
Wer eine reine Wärmepumpe einbaut, kann bis zu 80 Prozent der Investitionskosten als Zuschuss erhalten. Bei einer Hybridlösung aus Gas und Wärmepumpe fällt der Klima-Geschwindigkeitsbonus von 16 Prozent weg, weil die alte Gasheizung nicht ersatzlos demontiert wird. Das Ergebnis: maximal 70 Prozent Förderung, und nur dann, wenn der Einkommensbonus greift. Ohne diesen Bonus bleiben gerade einmal 30 Prozent. Die meistgekaufte 10-kW-Wärmepumpe kostet laut Thermondo rund 32.000 Euro. Mit 46 Prozent durchschnittlichem Fördersatz sinkt der Preis auf etwa 19.120 Euro, mit 80 Prozent Förderung auf rund 9.600 Euro.
Dazu kommt: Eine komplette Neuinstallation beider Systeme schlägt laut Thermondo mit 36.000 bis 65.000 Euro zu Buche. Zwei Geräte bedeuten auch doppelte Wartungskosten und mehr Platzbedarf für Brennwertkessel, Wärmepumpe und Pufferspeicher. Wer seine bestehende Gasheizung nachrüstet, spart zumindest die Kosten für einen neuen Gaskessel, trägt aber weiterhin alle laufenden Kosten für beide Systeme.
Das finanzielle Risiko auf der Gasseite wächst. Die CO2-Bepreisung verteuert jede Kilowattstunde fossiler Energie, und ab 2028 greifen neue EU-Regeln, die die CO2-Kosten weiter in die Höhe treiben werden. Hinzu kommt die Unsicherheit über die Gasnetze: Viele Kommunen planen deren schrittweisen Rückbau. Wer heute ein Hybridsystem einbaut, könnte in einigen Jahren erneut umrüsten müssen.
Für schlecht gedämmte Altbauten mit hohen Vorlauftemperaturen von 60 bis 70 Grad Celsius kann die Hybridlösung dennoch eine pragmatische Übergangslösung sein. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen inzwischen Vorlauftemperaturen von bis zu 75 Grad und kommen damit auch ohne Fußbodenheizung aus. Ist ein Altbau bereits gut gedämmt und die Heizkörper sind ausreichend dimensioniert, rechnet sich laut Thermondo der direkte Umstieg auf eine reine Wärmepumpe fast immer. Studien des Fraunhofer-Instituts haben demnach belegt, dass Wärmepumpen im Altbau die Heizkosten nachhaltig senken.
Ab 2029 kommt für reine Gas- oder Ölheizungen außerdem eine steigende Beimischpflicht für Biobrennstoffe hinzu. Wer ein Hybridsystem betreibt, bei dem die Wärmepumpe den Großteil der Wärme liefert, umgeht diese Auflage. Das ist ein konkreter Vorteil gegenüber einer reinen Gasheizung, aber kein Argument gegen den vollständigen Umstieg auf erneuerbare Wärme.
Quellen
- 01Windkraft-Journalwww.windkraft-journal.de/2026/08/08/gasheizung-und-waermepumpe-k…
- 02thermondo.dewww.thermondo.de/info/rat/waermepumpe/hybridheizung-gas-…
- 03energy.ecoflow.comenergy.ecoflow.com/de/blog/gas-waermepumpe-hybrid