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China besteuert Lithium-Ionen-Batterien ab September mit 2 Prozent

Nach elf Jahren Steuerbefreiung führt China ab dem 1. September 2026 eine Verbrauchssteuer auf Lithium-Ionen-Batterien ein, die bis 2027 auf 4 Prozent steigt.

54%
NEV-Anteil an Neuzulassungen China

Ab dem 1. September 2026 müssen Hersteller von Lithium-Ionen-Batterien in China erstmals seit 2015 wieder Verbrauchssteuer zahlen. Das chinesische Finanzministerium, die Zollverwaltung und die Steuerbehörde haben die Neuregelung gemeinsam bekanntgegeben. Der Einstiegssatz liegt bei 2 Prozent, ab dem 1. September 2027 steigt er auf 4 Prozent.

Betroffen sind neben Lithium-Ionen-Batterien auch Lithium-Primärbatterien, nickelbasierte Akkus und Vanadium-Redox-Flow-Batterien. Ausgenommen bleiben dagegen bis Ende 2028 Natrium-Ionen-Batterien, Festkörperbatterien und Brennstoffzellen. Das ist eine direkte Kehrtwende: Diese Technologien unterlagen bislang einer Verbrauchssteuer von 4 Prozent und werden nun vorübergehend befreit.

Die Steuer trifft vor allem Autohersteller, die Batterien extern zukaufen. Wer Zellen selbst produziert und direkt verbaut, kann die Steuer vermeiden oder gegenrechnen. Cui Dongshu, Generalsekretär der China Passenger Car Association (CPCA), schreibt, die Regelung ziehe eine neue Kostengrenze zwischen Herstellern mit und ohne eigene Batterieproduktion. Bei einem Zellpreis von 0,35 bis 0,40 Yuan pro Wh entspreche der 2-Prozent-Satz einem Mehraufwand von rund 0,007 bis 0,008 Yuan pro Wh. Für einen Hersteller mit einer Million Fahrzeugen pro Jahr summiere sich das auf einen dreistelligen Millionenbetrag in Yuan.

Der Hintergrund ist die inzwischen hohe Marktreife der Lithium-Ionen-Technologie. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen laut CPCA bereits 54 Prozent der Pkw-Neuzulassungen in China auf sogenannte New Energy Vehicles. Chinas kumulierte Batterieinstallationen für Fahrzeuge lagen in den ersten sechs Monaten des Jahres bei 335,6 GWh, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Branche hat die staatliche Schutzphase hinter sich gelassen.

Die Steuerbefreiung für Festkörper- und Natrium-Ionen-Batterien ist kein Zufall. CATL und BYD haben angekündigt, ab 2027 erste Fahrzeuge in kleiner Stückzahl mit Festkörperbatterien auszurüsten. Die Befreiung senkt die Anlaufkosten für diese Technologien genau dann, wenn die Industrialisierung beginnt. Gleichzeitig beendet China schrittweise die breite Förderung etablierter Elektromobilität: Anfang Juli hatte die Regierung bereits angekündigt, Steuervergünstigungen für bestimmte Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge ab 2027 auslaufen zu lassen.

Für die Lieferkette bedeutet die Neuregelung steigenden Kostendruck auf Zellhersteller und deren Abnehmer. Branchenbeobachter verweisen darauf, dass der Effekt pro Fahrzeug begrenzt bleibt, aber in einem Markt mit harten Margen spürbar ist. Chinas Autoindustrie wies in den ersten fünf Monaten 2026 laut CPCA eine Verkaufsgewinnmarge von nur 3,4 Prozent aus.

Quellen

  • 01
    electrivewww.electrive.net/2026/07/17/china-mit-verbrauchssteuer-a…
  • 02
    CnEVPostcnevpost.com/2026/07/18/china-battery-tax-shift-push…
  • 03
    xinwen.bjd.com.cnxinwen.bjd.com.cn/content/s6a5a4f12e4b03fa51a81a492.html
  • 04
    sohu.comwww.sohu.com/a/1051634218_123753
  • 05
    chinaden.cnwww.chinaden.cn/news_nr.asp
  • 06
    news.cnwww.news.cn/20260717/ca82f729d6c04654b9033fe6b55b59…

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