Wie schwer ist Schifffahrt wirklich zu dekarbonisieren? Eine neue Studie aus der Nature-Familie rechnet das erstmals systematisch durch, und das Ergebnis überrascht: Bis 2030 liegen rund 30 Prozent des maritimen Energieverbrauchs und knapp 20 Prozent der Treibhausgasemissionen innerhalb eines technisch elektrifizierbaren Bereichs. Etwa 90 Prozent dieser technisch machbaren Flotte wäre unter den zentralen Annahmen der Studie bereits heute wirtschaftlich vorteilhaft zu betreiben.
Die Studie konzentriert sich auf Kurzstreckenschifffahrt: Fähren, Küstenschiffe, Offshore-Versorgungsschiffe, Hafenfahrzeuge und Binnenschiffe. Diese Segmente werden in der Debatte oft übersehen, weil die Diskussion zu sehr auf Ozeanriesen fixiert ist. Dabei sind es genau diese Routen, die mit Batterien gut funktionieren, weil sie regelmäßige Liegezeiten, überschaubare Distanzen und planbare Ladezyklen bieten.
Interessant ist der Vergleichsrahmen der Studie. Die alte Frage lautete: Batterien oder billiges Schweröl? Die neue lautet: Batterien oder teure Alternativkraftstoffe wie Biomethanol, synthetische Kraftstoffe oder Ammoniak? Denn genau diese Moleküle sollen Schiffe künftig antreiben, wenn Regulierung und CO2-Bepreisung fossile Brennstoffe verteuern. Und diese Alternativen sind nicht günstig, sie sind aufwendig herzustellen, zu lagern und zu verteilen. Batterien gewinnen diesen Vergleich in vielen Segmenten bereits heute.
Dazu kommt der Hybridansatz: Auch Schiffe, die nicht vollständig elektrisch fahren können, lassen sich im Hafen, beim Manövrieren, auf Küstenabschnitten oder für Bordstrom mit Batterien betreiben und verbrennen teure Kraftstoffe nur noch dort, wo Strom nicht ausreicht. Das reduziert den Kraftstoffbedarf erheblich, auch ohne vollständige Elektrifizierung.
Quellen
- 01CleanTechnicacleantechnica.com/2026/06/09/maritime-battery-electrifica…